NABU Niedersachsen führt zwei Normenkontrollen durch

Landschaftsverträgliche gastronomische Nutzung auf dem Burgberg bei Bad Harzburg

Praxis der Entlassung aus dem Landschaftsschutzgebiet durch den Landkreis Goslar wird auch geprüft


Hannover, Bad Harzburg - Derzeit betreibt der NABU Niedersachsen zwei Normenkontrollverfahren gegen den Landkreis Goslar und die Stadt Bad Harzburg. Der Naturschutzverband will damit die Praxis der Entlassungen aus den Landschaftsschutzgebiet Harz und die Planungen für ein überdimensioniertes Hotel auf dem Burgberg Bad Harzburg auf ihren rechtmäßigen Ablauf hin überprüfen lassen.

Der Harz braucht frischen touristischen Wind. Naturtourismus liegt im Trend und ist eine große Chance für den Harz. Auch dem NABU Niedersachsen liegt dieser Tourismus am Herzen und er hat ihn immer gefördert.Er betreibt ein Nationalparkhaus in Sankt Andreasberg, ist also täglich im Gespräch mit den Gästen und kennt deren Wünsche.

Leider gibt es auch gegenläufige Tendenzen und der NABU betrachtet seit Jahren mit Sorge, wie der Naturpark Harz (nicht mit dem Nationalpark zu verwechseln) durch überzogene Tourismusplanungen des Landkreises Goslar mit großen Eingriffen in die Natur immer stärker durchlöchert wird. Als das Landschaftsschutzgebiet Harz, die wesentliche Grundlage des Naturparks, im Jahr 2001 vom Kreistag Goslar beschlossen wurde, war es schon mit zahlreichen Kompromissen behaftet. Der NABU hat diese Verordnung immer mitgetragen. In einer 2009 vom Kreistag Goslar beschlossenen Vorlage wurde dann jedoch gegen den Protest des NABU eine Reihe von touristischen Projekten in die konkrete Prüfung gegeben, darunter u.a. auch die Planungen am und auf dem  natur- und denkmalgeschützten Burgberg Bad Harzburg, der weitere Ausbau des Wurmberges und der Ferienpark Braunlage. Der NABU hat sich in die dann folgenden Verkleinerungsverfahren des Landschaftsschutzes eingebracht und Stellung genommen, doch wurden seine Argumente kaum berücksichtigt, ebenso wie auch die anderer Naturschutzverbände.

Am Burgberg in Bad Harzburg planten die Stadt und ein Investor zunächste eine kleine und angemessene Lösung für den Neubau eines Restaurants. Da diese Lösung gut zum Burgberg passte, fand sich dafür eine breite Mehrheit in der Bevölkerung und auch der NABU stimmte dem zu. Mit Verwunderung mussten die Bürger dann jedoch feststellen, das ein mehrstöckiges Hotel Bestandteil der ausgelegten Planungen war, obwohl im Vorfeld mehrfach beteuert wurde, ein Hotel sei auf dem Hausberg Bad Harzburgs nicht mehr aktuell, denn Hotelkapazitäten gibt es in Bad Harzburg genug. Es bildete sich die Bürgerinitiative "Rettet den Burgberg" und etwa 600 Einwendungen gingen gegen die Planungen ein - so viel Protest hatte Bad Harzburg lange nicht erlebt.

Damals begannen auch die Formfehler - daher musste die Stadt die Auslegungsfrist verlängern. Die Einwendungen, die der NABU verfasst hatte, wurden bei den dann folgenden Abwägungenso gut wie nicht berücksichtigt und der NABU entdeckte weitere Formfehler, die aber nicht korrigiert wurden. Insgesamt zwei Stellungnahmen wurden im Verfahren vom NABU ehrenamtlich verfasst, die zweite immerhin 10 Seiten lang. Trotzdem wurde das Verfahren in kürzester Zeit "durchgezogen". Diese Praxis steht nun gemeinsam mit dem Verfahren der Entlassung der Burgbergkuppe  aus dem Landschaftsschutz auf dem Prüfstand. Der NABU hat sich die Entscheidung über die Klagen nicht leicht gemacht - seine Aktiven waren stets ansprechbar und auch bei Ausschuss- und Ratssitzungen anwesend. Nach intensiver juristischer Vorprüfung fiel dann die Entscheidung für die Normenkontrolle.

Der NABU begründet die Absicht, den Bad Harzburger Burgberg touristisch aufzuwerten und hat das auch immer betont. Er ist ein wichtiges Kulturdenkmal und dient der naturnahen Erholung im Landschaftsschutzgebiet und Naturpark Harz. Er beführwortet die attraktivere Gestaltung des Burgberg-Plateaus und außerdem die möglichst schnelle Eröffnung einer neuen Tagesgaststätte, ist jedoch nicht damit einverstanden, dass auf dem Burgberg im Zuge dieser Planungen ein Hotel oder Ferienwohnungen entstehen sollen. Solche Bauten gehören in die Stadt und nicht auf den Burgberg. Die von der Stadt Bad Harzburg betriebenen Pläne gaben grünes Licht für einen dreistöckigen Gebäudekomplex, der talseitig sogar als vierstöckig erscheinen wird. Er würde das Landschaftsbild empfindlich beeinträchtigen. Die Harzburger Bürger und Gäste haben ein Interesse an autofreien Wanderwegen und nicht an Übernachtungen auf dem Burgberg. Wer bezahlt dafür, wenn der Plan nicht aufgeht? Die Pläne ermöglichen auch den Bau weiterer Seilbahnen. Dahinter verbergen sich offenbar Pläne für einen Zip-Rider, also an einem Seil hängenden Sitzen, die mit sehr hoher Geschwindigkeit zu Tal rasen. Eine solche Verrummelung des Burgberges und des Kurparks lehnt der NABU ab.

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Redaktion: Ulrich Thüre






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