Massive Zerstörungen am Wurmberg auf Kosten von Natur und Steuerzahlern - bald auch bei Schierke?

Goslar/Braunlage. Die Arbeitsgemeinschaft der Umweltverbände des Landkreises Goslar (AGGU) kritisiert die maßlosen und völlig überzogenen Wintersportplanungen auf dem Wurmberg bei Braunlage im Oberharz. Die baulichen Maßnahmen mit Investitionen von weit über 10 Millionen Euro werden auf Kosten der Natur und z.T.  auch auf Kosten der Steuerzahler durchgezogen. Hinzu kommen noch die jährlichen Folgekosten. Doch Natur und Landschaft sind die Grundlagen des Harztourismus. Wer dieses Kapital verschandelt, zerstört letztlich auch die Grundlagen des Harztourismus, so die Naturschutz­verbände in ihrer gemeinsamen Stellungnahme.

 

Wurmberg 2013, Foto BUND-Regionalverband Westharz (gemeinfrei, frei zum Abdruck)

Die unterzeichnenden Umweltverbände des Kreises Goslar belegen ihre Position anhand der Wurmberg-Entwicklung in den vergangenen Jahren. In den 1990er Jahren war ursprünglich sogar einmal vorgesehen, den Wurmberg aufgrund seiner schutzwürdigen Wälder in den Nati­onalpark Harz aufzunehmen. Dies wurde seinerzeit mit dem Hinweis, die Wurmbergkuppe ste­he bereits unter Naturschutz und eine doppelte Unterschutzstellung sei unnötig, ver­worfen. 2005 wurde von der Wurmberg-Seilbahngesellschaft im Natur­schutzgebiet eine illegale Monsterrollerstrecke gebaut, die erst nach einer Anzeige von Umweltverbänden der zuständigen Naturschutzbehörde bekannt wurde und dann von der Goslarer Kreistagsmehrheit nachträglich genehmigt worden ist. Von dieser Kreistagsmehrheit aus CDU, FDP und SPD wurde dann 2006 auch gleich das Naturschutzgebiet auf der Wurmbergkuppe so stark verkleinert, dass es nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Der jetzt noch bestehende  Landschaftsschutz wurde später nochmals aufge­weicht, indem durch eine neue Verordnung das bisherige strikte Bauverbot in ein Verbot der „massiven Bebauung" umgewandelt wurde, d.h. eine Bebauung war nun grundsätzlich möglich. Infolge der Millioneninvestitionen wurden nicht nur großflächigeWälder am Wurmberg abgeholzt, es wurde auch noch das Was­serschutzgebiet Wurmberg angegriffen und durch die Wasserentnahme für Schneekanonen aus der Warmen Bode ist das nächste Naturschutzgebiet bedroht. Die Zahlen sprechen für sich: Am Wurmberg wurden 16,2 ha Wald für neue Pisten gefällt, für den Schneekanonenbetrieb wurde auf der Wurmbergkuppe ein 5000 Quadratmeter großer Beschneiungsteich gebaut, mit dessen Wasser jährlich 80.000 Kubikmeter Kunstschnee produziert werden sollen, und der Neubau von 600 Parkplätzen verschlang weitere Naturflächen. Die Niedersächsischen Landesforsten als wichtigster Grundeigentümer des Waldes am Wurmberg verdienen an diesen Natureingriffen nicht schlecht und sind sogar am Umsatz der Seilbahn und des Sessellifts der Wurmbergseilbahn GmbH & Co. KG beteiligt.

Der Harz, der mit naturnahem Tourismus wirbt, macht sich mit dieser gigantomanischen Naturzerstörung des harten Tourismus mitten im Naturpark Harz und im Grünen Band nahe der Grenze zum Nationalpark Harz unglaubwürdig. Zudem ist die Planung auf Sand gebaut, denn in den Zeiten des Klimawandels ist es höchst unsicher, ob hier nicht eine riesige Fehlinvestition entstehen wird.  Letztlich dürfen die Steuerzahler diese großflächige Natur- und Landschaftszerstörung für die Geschäftsinteressen einer Minderheit auch noch mit Millionenbeträgen bezahlen und jährlich bezuschussen.

 

Wurmberg 2013, Foto BUND-Regionalverband Westharz (gemeinfrei, frei zum Abdruck)

Die Zukunft des Harztourismus liegt in der Stärkung des Tourismus in der Fläche in allen Harzgemeinden und mit allen Gastgebern, denn dort werden die Arbeitsplätze gesichert, aber nicht in überzogenen Megaplanungen nur in einer einzigen Stadt.

BUND-Regionalverband Westharz, Knut Haverkamp, 1. Vorsitzender, 0171/11 31 84 1
NABU-Kreisgruppe Goslar, Mathias Kumitz, 1. Vorsitzender, 0152/56 19 52 33
LBU Niedersachsen, BI Goslar, Heinz Severitt, Sprecher, 0174/56 56 89 8
Naturfreunde Niedersachsen, Manfred Finger, Naturschutzbeauftragter Landkreis Goslar, 05321/815 38

Auswirkung von Klimawandel und künstlicher Beschneiung auf Wurmberg und Winterberg

Aktuelle Fotos vom Juli 2013

Hier unsere Stellungnahmen zum Download:

Stellungnahme 1

Stellungnahme 2

Stellungnahme 3

Stellungnahme 4 (5/2012)

Stellungnahme 5 (7/2012)

Widerspruch zur Verdoppelung der Wasserentnahme aus der Warmen Bode (12/2015)

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Das Projekt "Natürlich.Schierke"

Pressemitteilung des BUND Sachsen-Anhalt zum Projekt "Natürlich.Schierke" vom 7.9.2016

Stellungnahme des BUND Sachsen-Anhalt zum Projekt "Natürlich.Schierke" vom 8.9.2016

 Pressemitteilung des BUND Sachsen-Anhalt zu "Natürlich.Schierke" vom 12.9.2016



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