Energiesparen und Energiemanagement

Ökosteuer-Spar-Rechner im Internet: Energiespartipps nutzen!

Der BUND, die Verbraucher Initiative und die Katholische Landjugendbewegung bieten im Internet einen Ökosteuer-Spar-Rechner an. Schnell und einfach kann jeder Haushalt seine Ökosteuer-Zahlungen, mögliche Ersparnisse durch Energiesparmaßnahmen und die Senkung seiner Rentenversicherungsbeiträge berechnen.

Der Ökosteuer-Spar-Rechner steht im Internet  unter http://www.oeko-steuer.de

Die Nutzer des Spar-Rechners können entscheiden, welche der 16 Spartipps bei Heizung und Warmwasser, Strom und Auto sie nutzen wollen. Zum Beispiel bringt die Minderung der Raumtemperatur um ein Grad im Winter sechs Prozent Heizkosten-ersparnis. Das Ersetzen einer Glühbirne durch eine Energiesparlampe bringt jährlich 10 € Ersparnis. Jede Kurzstreckenfahrt bis zwei Kilometer Entfernung, die mit dem Fahrrad statt dem PKW zurückgelegt wird, bringt rund 1€. Da die persönlichen Eingaben variiert werden können und das Programm die jeweiligen Ersparnisse sofort berechnet, kann jeder auf spielerische Weise sein individuelles Ökosteuer-Spar-Programm auswählen.

Die Bilanz eines Vier-Personen-Haushaltes mit 15 000 km PKW-Nutzung, einer 100 Quadratmeter-Wohnung mit Ölheizung und durchschnittlichem Stromverbrauch sieht so aus: 120 € Ökosteuer auf Benzin plus 45 € auf Heizöl plus 30 € auf Strom machen zusammen 195 € im Jahr. Bei einem Bruttomonatseinkommen dieses Haushalts von 2500 Euro beträgt die Entlastung der Rentenversicherungsbeiträge 180 € jährlich. Die Nettobelastung liegt also bei jährlich 15 € bzw. bei 1,25 € im Monat. Wenn ein solcher Haushalt nur drei der vorgeschlagenen 16 Energiespartipps nutzt, z.B. die Heizungsventile beim Lüften schließt (60 Euro Ersparnis), den Fernseher ausschaltet anstatt ihn Stand-by zu lassen (15 € Ersparnis) und beim PKW mit hohem Reifendruck fährt (104 Euro Ersparnis), wird er sofort zum "Ökosteuer-Gewinner": Aus der Nettobelastung von rund 15 Euro werden 164 Euro Gewinn pro Jahr bzw. 13,50 € pro Monat.

BUND, Verbraucher Initiative und KLJB wollen mit dem Spar-Rechner einen Beitrag zur Versachlichung der Ökosteuer-Debatte leisten. BUND-Ökosteuerexperte Matthias Seiche: "Die nächste Stufe der ökologischen Steuerreform ist kein Anlass für Panikmache, sondern ein wichtiger Anreiz zum Energiesparen." Der Referent der Verbraucher Initiative Ralf Schmidt: "Wer Energie verschwendet, muss eher die langfristig steigenden Rohölpreise fürchten als die Ökosteuer. Wer aber die ökologische Steuerreform als Aufforderung zum Energiesparen begreift, kann sich ab sofort über mehr Geld auf seinem Konto freuen."

 


Umwelt und Arbeit

"Heute wissen wir: Umweltschutz ist kein Arbeitsplatz-Killer, sondern der Arbeitsplatz-Knüller im 21. Jahrhundert. Beispiel: Das Weißbuch der Europäischen Kommission über erneuerbare Energien verspricht über eine Million neue Arbeitsplätze, wenn wir bis zum Jahr 2010 den Anteil der erneuerbaren Energien verdoppeln. Der Erfolg der deutschen Windrad-Technologie in den letzten zehn Jahren mit 20 000 Arbeitsplätzen unterstützt diese Prognose." (Dr. Franz Alt)

 


Vorbildliches Energiemanagement in der Stadt Goslar

Das Goslarer System des kommunalen Energiemanagements zeichnet sich durch kontinuierliche Arbeit mit positiver Energiebilanz und somit eingesparten Kosten aus. Das städtische Handeln findet auf diesem Gebiet unsere volle Zustimmung. Die Stadt Goslar ist aufgefordert, diese „Erfolgsstory“ weiter zu pflegen. Unabhängig von der Personen- und Trägerfrage ist eine personelle Sicherstellung dieser Arbeit erforderlich.

Problematischer ist die Situation bei der ausgelaufenen AB-Maßnahme „Energie- und Umweltberatung“. Die entsprechende Beratungsarbeit fand eine ganz hervorragende Resonanz; die Termine waren stets stark nachgefragt. Auch diese Maßnahme sollte unbedingt weitergeführt werden, ggf. im Rahmen einer neuen ABM!

Die heutige Energie- und Umweltsituation zu erörtern sowie neue Konzepte vorzustellen, war die Absicht der gemeinsam vom Goslarer Bildungshaus Zeppelin und dem Fachbereich Umwelt der Stadt Goslar erarbeiteten Seminare zum Energie- und Umweltberatung.

 


Niedrigenergie- und Passivhaus - Konzepte für künftiges  Bauen

Die jüngste Seminarreihe "Niedrigenergiehaus und Passivhaus - Konzepte für künftiges Bauen" richtete sich schwerpunktmäßig an Bauherren und Bauinteressenten, Architekten und Ingenieure, Handwerker, versierte Heimwerker, Hersteller und Fachhandel sowie Fachverwaltungen.

Der Energieverbrauch von Neubauten wurde in der Vergangenheit durch verbesserte Bau- und Gebäudetechnik sowie gesetzliche Vorgaben kontinuierlich gesenkt. Dennoch bleibt das ökonomisch mögliche Energieeinsparpotential im Neubau vielfach unausgeschöpft und die Niedrigstenergiehausforschung belegt, dass noch erhebliche Energieeinsparungen wirtschaftlich realisierbar sind.

Die bestehenden gesetzlichen Regelungen im Bau- und Heizungssektor stellen Übergangslösungen dar. Angestrebtes Ziel ist eine einheitliche Regelung sowohl für den Bau wie für die Gebäudetechnik zu schaffen. Die neue Energiesparverordnung 2000 (EnSV 2000) soll die bisherige Zweigleisigkeit zusammenführen und gleichzeitig europäische Normen in das nationale gesetzliche Regelwerk einführen. Mit einer ca. 30%igen Absenkung des Heizwärmebedarfes bei Neubauten soll diese das Niedrigenergiehauskonzept umsetzen.

Vor ca. 30 Jahren wurden in der Bundesrepublik Deutschland die ersten „Niedrigenergiehäuser“ (NEH) gebaut. Die Idee eines NEH - ein möglichst hoher Wärmeschutz der Gebäudehülle - setzte sich in der Nachfolgezeit zunehmend durch. Heute sind Niedrigenergiehäuser der „Stand der Technik“. Auf dem Weg zu noch geringerem Heizenergiebedarf ist das „Passivhaus“ das nächste ehrgeizige Ziel von Bau- und Energiesparvisionären. Auch wenn diese Haustypen heute noch auf manche Vorbehalte stoßen, werden sie im künftigen Wohnungsbau neue bauliche und technische Maßstäbe setzen.

Der hohe Wärmeschutz stellt die Gebäudetechnik vor neue Herausforderungen. Neben der Anpassung von Heizungsanlagen auf den niedrigen Wärmebedarf gewinnen mechanische Belüftungen mit Wärmerückgewinnung, die Nutzung regenerativer Energien oder saisonale Wärmespeicherung zunehmend an Bedeutung. Zudem werden für die Wärmevollversorgung Alternativen interessant, die in der heutigen Heiztechnik nur Nischen- bzw. Zusatzfunktionen erfüllen.

 


Teure Energie - gesunde Umwelt? Zur Zukunft der Energieträger

Die Nutzung der fossilen und nuklearen Energieträger ist für die Existenz des Menschen mit zu hohen Risiken verbunden – die Verantwortung dafür kann der Mensch gegenüber der Natur nicht übernehmen. Bei der zu erwartenden weltweiten Steigerung des Energieverbrauchs sind die heute genutzten Energieträger mit Ausnahme von Kohle nur noch wenige Jahrzehnte im jetzigen Umfang nutzbar. Die Erdölförderung wird zwar bis zum Jahr 2050 nicht auf Null zurückgehen, doch schon in 10 bis 20 Jahren ist aufgrund des rasant steigenden weltweiten Bedarfs und der nachlassenden Fördermenge zu erwarten, dass die Nachfrage nach Erdöl das Angebot übersteigt. Neue große Erdölvorkommen sind nur mit einem deutlich höherem Aufwand an Kosten und Technik als bisher erschließbar.

Der Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung innerhalb der nächsten 30 Jahre steht in Deutschland weitgehend fest. Angesichts des Gefahrenpotentials bis hin zum Super-GAU und der Schwierigkeit, ein sicheres Endlager zu finden, ist das eine ökologisch und ökonomisch vernünftige Entscheidung. Denn selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass noch 10-mal mehr fossile Energievorräte gefunden werden als heute bekannt sind, lässt sich das „fossile Zeitalter“ um höchstens 90 Jahre verlängern!

Eine zukunftsfähige Energieversorgung ist nur durch eine „Energiewende“ möglich, deren drei Säulen Energieeinsparung, effiziente Energieumwandlung und Nutzung der erneuerbaren Energien gleichberechtigt mit einschließt.

Die erhöhten Anforderungen an das Energiemanagement können durch die kontinuierliche Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien bewältigt werden. Der damit verbundene technische Innovationsschub ist dabei Katalysator für den Export von Produkten zur intelligenten Deckung des weltweit wachsenden Energiebedarfs. Die EU-Kommission legt in ihrem Weißbuch als Ziel bis zum Jahr 2010 eine Verdoppelung des heutigen Anteils erneuerbarer Energien von 6% auf 12 % fest. Deutschland liegt laut Eurostat mit 1,9% heute noch weit hinter den meisten anderen EU-Mitgliedsstaaten, hat also umso mehr aufzuholen.

Der weltweite Anstieg des Primärenergieverbrauchs kann durch den Einsatz intelligenter Techniken gebremst werden. Am Beispiel des Energiesystems der Bundesrepublik wird deutlich, dass auf dem Weg bis zum Kunden bezogen auf die Energiedienstleistung 90% an Verlusten im System verbleiben. Dies sollte genügend Anreize für einen Innovationsschub geben, den Einsatz der Primärenergie für das Angebot von Energiedienstleistung zu optimieren.

Wenig beeinflussbar sind die dem Energieverbrauch zugrunde liegenden Bedürfnisse beim Kunden. Die ökologische Steuerreform basiert auf der Erkenntnis, dass Umweltschutzappelle nicht ausreichen, um eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft zu gewährleisten - es gilt die lenkende Funktion einer Steuerreform für den Energiesektor zu nutzen. Dass die Mehrbesteuerung von Ressourcenverbrauch mit einer Steuerentlastung z.B. der Lohnkosten einhergehen muss, ist weitgehend bekannt - also nur aufkommensneutral. Am zugegebenermaßen schwierigen Weg, energieintensive Branchen zum Umsteuern zu bewegen, ohne ihre Existenz zu gefährden, wird keine Regierung vorbeikommen.

Am Beispiel der Landwirte wird diese Zwickmühle besonders deutlich: seit Jahren fordern die bayrischen Landwirte die stärkere Besteuerung von fossilen Energien, weil die Nutzung von Waldrestholz aus ihren Privatwäldern zu einem zweiten Standbein geworden ist. In Bayern wird eine Vielzahl der Holzheizwerke von Landwirten betrieben. Wirtschaftlich erfolgreich arbeiten diese Anlagen aber nur bei mindestens dem heutigen Heizölpreis von über 60 Pf/l. Auch der Einsatz von Rapsöl als Treibstoff für Zugmaschinen und die Nutzung der Gülle zur Biogaserzeugung sind nur durch eine höhere Besteuerung der fossilen Energieträger oder die gesetzliche Festlegung einer Einspeisevergütung wirtschaftlich.

Auf der anderen Seite waren es gerade die Landwirte, die heftigst gegen die Einführung der Ökosteuer protestierten und tatsächlich mit erheblichen Mehrkosten zu kämpfen haben. Dies macht auch deutlich, dass natürlich eine Einbindung solcher marktverschiebender Maßnahmen in mindestens EU-weite Regelungen erforderlich ist. Das heißt aber nicht, dass man sich bis dahin gemütlich zurücklehnt und abwartet. Gerade Deutschland als wirtschaftsstärkstes EU-Land braucht sich nicht zu verstecken, zumal die Nachbarländer Dänemark, Niederlande, Österreich und Schweiz mit einer gezielten Besteuerung der fossilen Energien schon viel früher angefangen haben.

Das Problem des globalen Klimaschutzes und der langfristigen Versorgungssicherheit ist nur mit einem konsequenten Strukturwandel der Energieversorgung durch forcierte Energieeinsparung und Nutzung der erneuerbaren Energiequellen lösbar!

Dipl.-Ing. Marcus Bollmann

marcus.bollmann@bund.net

 

 

Energie-Links:

http://www.oeko-steuer.de

http://solarserver.de

http://sonnenseite.com/index.php



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