Willkommen auf der Seite des BUND-Regionalverbands Westharz

BUND-Regionalverband Westharz

Willkommen auf der Seite des BUND-Regionalverbands Westharz

Wir engagieren uns für Natur- und Umweltschutz sowie nachhaltige Entwicklung im Landkreis Goslar und im Altkreis Osterode am Harz. Interessierte Bürger, passive Mitglieder und aktive Umweltschützer sind gleichermaßen bei uns willkommen.

Neuigkeiten, Pressemitteilungen & Termine

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BUND Westharz lädt am 17.3.2021 zu Protestspaziergängen am Trogstein und Pfaffenholz ein – Treffpunkt alter Bahnhof Bad Sachsa-Tettenborn

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Naturschuetzer-marschieren-gegen-Gipsabbau-im-Suedharz,hallonds64726.html?fbclid=IwAR39nM9JQ2cRp2S-u_H1bMxXWB_VmYyXMA51S73KLCjqrv5gYPJh0LYFTSI

Bad Sachsa. „Leider haben wir nicht die Möglichkeit, als Lobbyisten in Ministerien ein- und ausgehen zu können, um den Beamten unsere Wünsche in die Feder zu diktieren. Und in Corona-Zeiten wird es uns auch auf andere Weise schwer gemacht, unserem Protest gegen die geplante völlige Zerstörung unserer Gipskarstlandschaft Ausdruck zu verleihen. Das ist sehr bequem für die Regierenden und für die Gipsindustrie. Aber wir wollen und müssen Flagge zeigen, ehe es zu spät ist und allein die Manager der Gipsbranche über unsere Zukunft im Südharz bestimmen.“ Michael Reinboth aus Walkenried, Mitglied im BUND-Regionalverband Westharz, beobachtet und dokumentiert das Verhalten der Gipsindustrie seit vielen Jahren. „Die wenden immer die Salami-Taktik an. Wenn ein Gebiet kaputt ist, greifen sie zum nächsten. Das ruht mitunter Jahre, man wähnt einen Berg oder Wald geschützt und wird plötzlich von der Aufhebung des Naturschutzes überrascht. Jetzt wird der Angriff in großen Stil vorbereitet. Das wird kein Naturdenkmal, keine Höhle, keine Schwinde und keine Pflanze überleben. Dagegen müssen wir uns wehren.“

Aber wie macht man das, ohne Teilnehmer zu gefährden? Beim BUND war man kreativ und hat nun beim Ordnungsamt in Göttingen „Protestspaziergänge“ angemeldet, die am Mittwoch, 17.3.2021, zwischen 14 und 18 Uhr ausgehend vom alten Bahnhof Tettenborn (Tettenborn-Kolonie, Römersteinweg) in Richtung Pfaffenholz und in Richtung Trogstein stattfinden werden – immer in kleinen Gruppen, immer auf Abstand und immer mit Mund-Nase-Schutz. Dazu besteht die Möglichkeit, sich in Listen einzutragen und damit seinem Protest auch auf diese Weise Ausdruck zu verleihen. Reinboth, der mit einigen anderen auch als Ordner fungieren wird, bittet darum, sich im Sinne der geltenden Regeln zu verhalten. „Wir nutzen unserem Anliegen am besten dadurch, dass wir uns regelkonform verhalten, aber ein klares Signal in Richtung Hannover aussenden: So nicht!“

Trogstein und Pfaffenholz wurden ausgewählt, weil hier die Zerstörung der Karstlandschaft rund um vorgeblich geschützte Naturdenkmale (Pfaffenholz-Schwinde, Kleine Trogsteinhöhle) besonders deutlich wird – diese beiden Bereiche sind eingekreist und bilden nur noch die Schauwand für einen exzessiven Abbau. Und man sieht deutlich, dass auch seit Jahrzehnten ruhende Abbaufelder keineswegs zu den „Paradiesen“ geworden sind, die die Gipsindustrie immer wieder vorgaukelt. Ganz nach dem Motto: Im Südharz sind eigentlich alle Schutzgebiete nicht schützenswert (so wurde es dem Sinne nach in den Entwurf des Raumordnungsprogramms hineindiktiert).

Diese Spaziergänge, so Reinboth, werden – entsprechend den aktuellen Vorgaben – so lange fortgeführt werden, bis man in Hannover erkannt hat, dass man die Freigabe der Naturschutzgebiete wieder aus dem Programm entfernen muss. Auch an Mahnwachen sei gedacht. „Wir lassen uns von Leuten, deren Maß Heide, Moore, die Eilenriede und der Maschsee sind, unsere Landschaft nicht zerstören.“

Reinboth bemängelt in diesem Zusammenhang auch die herrschende Phantasielosigkeit der Gipsindustrie und der Bundes- und Landespolitik. Anstatt immer wieder darauf zu setzen, dass man im Zweifel unter Hinweis auf Arbeitsplätze schon die Abbaurechte bekommen wird, hätte man sich schon längst mit Ersatzprodukten und einer entsprechenden, die Landschaft schonenden Produktion befassen müssen. Und dieser Wandel hätte auch entsprechend flankiert werden können, so wie das in der Stein- und Braunkohle in großen Stil möglich war. „Natürlich wollen wir Arbeitsplätze im Südharz erhalten, aber eben nicht durch exzessive Zerstörung unserer Landschaft – es geht auch anders, und das hätte längst schon in Angriff genommen gehört. Naturzerstörung hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Wie fast immer in diesem Lande, so werden die Zeichen der Zeit auch beim Gips erst erkannt, wenn es reichlich spät ist. Dass die Südharz-Landschaft für diese Schlafmützigkeit den Preis zahlt, werden wir verhindern.“ Da die vorhandenen Abbaurechte noch für mehr als 10 Jahre Produktion reichen (!), ist noch immer Zeit, sich mit Phantasie und Forschung um etwas anderes zu bemühen als das bloße Kaputtmachen.

Anl. Foto frei mit dieser PI: Steinbruch am Pfaffenholz, Aufnahme Michael Reinboth.

 

Mit freundlichem Glück Auf
Dr. Friedhart Knolle

BUND Westharz

1. Vorsitzender

Tel. 0170/22 09 174

Jahrelanger unrechtmäßiger Betrieb eines Pestizidlagers ohne vorschriftsmäßigen Schutzwall – BUND-Kritik an PLG mbH und zuständigen Behörden – Pestizide werden umetikettiert - „Amazon der Pestizide“

Bad Harzburg. Die Firma PLG mbH mit Hauptsitz in Baddeckenstadt unterhält seit 2016 ein Lager in Bad Harzburg. Zur Ansiedelung im Gewerbegebiet Bad Harzburg-Nord erhielt PLG eine Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig für eine Lagerkapazität von 7.800 Tonnen für die Lagerung von Pestiziden und anderen Chemikalien, die nach speziellen Gefährdungsklassen eingeteilt sind. Damit handelt es sich um einen Störfallbetrieb der oberen Klasse. Schon damals kritisierte der BUND das Verfahren und forderte eine Umweltverträglichkeitsprüfung, was die Behörden jedoch ablehnten. Es stellt sich die Frage, ob die Erstgenehmigung rechtmäßig erteilt wurde.

Die Rolle der Firma, die vorwiegend Pestizide lagert, am Markt verglich der geschäftsführende Gesellschafter Udo Kolle in einem Magazin mit einem „Amazon der Pestizide“.

Obwohl das Störfallrecht einen „angemessenen Sicherheitsabstand“ zu Schutzobjekten fordert, durfte sich PLG mit proaktiver Unterstützung der Stadt Bad Harzburg auf dem rund 5,6 Hektar großen Gelände ansiedeln. In der nahen Umgebung befinden sich: 

  • Die Kleintierarztpraxis und die Tierpension „Pfotenland“ – 70 m Entfernung
  • Die Rettungswache der KWB Goslar – 125 m Entfernung
  • Ein OBI-Baumarkt – 130 m Entfernung
  • Gut Radau – 350 m Entfernung

Wie konnte das gelingen? Die kommunalpolitischen und verwaltungsrechtlichen Winkelzüge, die gelaufen sind, um die Ansiedelung von PLG zu ermöglichen, wurden erst durch die Recherchen der Bürgerinitiative „Mit UNS für Harzburg“ bekannt. Die Bürgerinitiative hatte sich unter Beteiligung des BUND-Regionalverbandes Westharz gegründet, nachdem die Pläne, das Chemikalienlager in Bad Harzburg auf über 22.700 Tonnen Lagerkapazität fast zu verdreifachen, im Oktober 2019 veröffentlicht wurden:

  • Nur ein einziges Störfallgutachten diente als Grundlage für alle verwaltungsrechtlichen Entscheidungen.
  • Nur für das Betriebsgrundstück des Chemikalienlagers wurde der bestehende Bebauungsplan geändert.
  • Zwischen der Fa. PLG und der Stadt Bad Harzburg wurde ein Städtebaulicher Vertrag geschlossen, um störfallrelevante Punkte in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans zu vermeiden.
  • Auf die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung wurde von Anfang an durch das GAA Braunschweig konsequent verzichtet.
     

Schutzmaßnahme gegen Störfälle: Ein 4 - 5 m hoher Erdwall

Das von der Fa. PLG in Auftrag gegebene und bezahlte Störfallgutachten kam bei der Kalkulation verschiedener (eindimensionaler!) Störfallszenarien zu dem Schluss, dass die Tierarztpraxis und die Tierpension „Pfotenland“, die sich unmittelbar gegenüber PLG befinden, bei einem Störfall betroffen sein dürften. Daher wurde der Gutachter gebeten, sein Gutachten um die Empfehlung zur Errichtung eines 4 Meter hohen Erdwalls an der südlichen Grundstücksgrenze als Schutzmaßnahme zu ergänzen.

Dieses Gutachten diente dann als Grundlage für die notwendige Bebauungsplanänderung durch die Stadt Bad Harzburg sowie auch als Grundlage für die Erteilung der Erstgenehmigung nach dem Bundesimmissions-schutzgesetz durch das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig. Zwischen PLG und der Stadt Bad Harzburg wurde ein Städtebaulicher Vertrag geschlossen, in dem die Errichtung eines 4 Meter hohen Erdwalls durch die Firma PLG vereinbart wurde. Die Errichtung eines 5 Meter hohen Erdwalls wurde letztlich als Auflage in die Betriebsgenehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig aufgenommen.

Der Landkreis Goslar als Bauaufsichtsbehörde war dafür zuständig, die ordnungsgemäße Fertigstellung der baulichen Anlagen einschließlich der Außenanlagen abzunehmen. Bei der der geplanten Schlussabnahme im Dezember 2016 konnte jedoch nur ein Teilschlussabnahmeschein erteilt werden, da u.a. der Wall zu niedrig errichtet wurde. Die bauausführende Firma bestätigte eine tatsächliche Wallhöhe von 1 - 2 Metern – eine eklatante Abweichung von den Auflagen! Als Konsequenz untersagte der Landkreis Goslar der Fa. PLG, gefährliche Stoffe in einer störfallrechtlich relevanten Menge zu lagern, bis der Wall die vorschriftsmäßige Höhe erreicht hat.

Es ist ein Skandal, dass PLG sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht an diese Vorgabe gehalten und von Anfang an das Lager vollumfänglich betrieben hat. Damit hat es entgegen der Empfehlung des eigenen Gutachtens die Nachbarschaft gefährdet.

Das Schlimmste ist jedoch, dass das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, das unterjährig gesetzlich vorgeschriebene Vor-Ort-Kontrollen bei PLG durchzuführen hat, die fehlende Umsetzung der eigenen Auflage ignoriert und derzeitig den Erweiterungsantrag von PLG prüft. Auch der Stadt Bad Harzburg ist es erstaunlicherweise nicht aufgefallen, dass der Wall an der südlichen Grundstücksgrenze seit gut 4 Jahren mehrere Meter zu niedrig ist. Oder sollte es nicht auffallen?

Hinzu kommt, dass die zuständigen Behörden im Schadensfall, d.h. bei einer Freisetzung von Chemikalien, nicht einmal genau wissen, welche Stoffe sich gerade im Lager befinden. Das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig zieht sich auf gesetzliche Vorgaben zurück, dass nur die Mengen je Gefährdungsklasse bekannt gegeben werden müssen.

In diesem Fall hat die Landwirtschaftskammer Hannover, die bei PLG Kontrollen der gelagerten Pestizide durchführt, einen Wissensvorsprung. Anhand deren Kontrollvermerke wurde bekannt, dass PLG die bei sich gelagerten Pestizide im Auftrag der Zulassungsinhaber umetikettiert. Das erschwert die Gefahreneinschätzung im Störfall zusätzlich.

In den über 100 Seiten langen Antragsunterlagen der Firma PLG für das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig war stets die Rede von einer Kommissionierung der Lagergüter als Serviceleistung für die jeweiligen Eigentümer. Auch bei dem Erörterungstermin ab dem 18.2.2020 war von einem Umetikettieren der Pestizide nie die Rede. Erstaunlicherweise gab das GAA Braunschweig bei unserer jüngsten Anfrage vor, Kenntnis von dieser Praxis bei PLG gehabt zu haben. Das ist wenig glaubwürdig.

Ironischerweise wird nun auf der gegenüberliegenden Gewerbefläche ein Bio-Lebensmittelbetrieb angesiedelt. Wer soll das noch nachvollziehen – und das alles in bzw. nahe der Kurstadt Bad Harzburg!

Pressemitteilung als PDF
 

Harzer Gipskarst retten!

Helfen Sie jetzt, die einzigartige Naturlandschaft des Harzer Gipskarstes vor dem Raubbau zu retten!

https://www.bund-niedersachsen.de/mitmachen/harzer-gipskarst-retten/

Von Wöltingerode zum Muschelkalkkamm - Der Harly

Erhältlich ist die 4. verbesserte Digitalauflage, Goslar 2021 hier als Download.  

Der südliche Salzgittersche Höhenzug im Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen

Erhältlich ist die 3. verbesserte Digitalauflage, Goslar 2021 hier als Download.  

Schwerpunkte der BUND-OG Bad Harzburg in 2021

Weitere Informationen sind im Bereich BUND-OG Bad Harzburg zu finden.

Kritik am Goslarer Großprojekt “Fliegerhorst”

Allgemeine Versäumnisse bei der Planung und Umsetzung

Wir fordern konkret den Bau von Fahrradwegen in beide Richtungen der Straßen. Diese müssen auf der jetzigen Autofahrbahn liegen und baulich, beispielsweise durch eine Betonschwelle, von der Autospur getrennt sein. In den Straßen, die zu schmal sind, um einen ausreichend breiten Fahrradweg anzulegen, fordern wir hier die Einrichtung sogenannter „Fahrradzonen“. Dabei gilt durchgehend Tempo 30 und Fahrräder haben Vorrang vor Autos, dürfen also beispielsweise
nebeneinander fahren und v.a. nicht überholt werden. So wird die Sicherheit der Fahrradfahrer:innen gewährleistet und ihnen wird im Straßenverkehr Priorität eingeräumt, ohne dafür auf Platz für Fußgänger:innen zu beeinträchtigen.

Außerdem muss geprüft werden, inwieweit eine Begrünung nachzuholen ist und noch nicht bebaute Gebiete zu öffentlichen Grünflächen gemacht werden können. Hierbei sollte jede Möglichkeit genutzt werden. Lediglich einen Wald auf der Fläche zu pflanzen, die derzeit als Deponie genutzt wird, wie die SPD es vorschlägt, ist allerdings kein ernstzunehmender Lösungsansatz.

Es sollte auch geprüft werden, inwiefern es jetzt noch möglich ist, den Einbau von Photovoltaik und Solarthermie bei den Neubauten zu fördern. Wir würden auch ein allgemeines Verbot von sogenannten „Schottergärten“ begrüßen.

Auch sollte die Idee eines Waldspielplatzes umgesetzt werden. Ob dieser im Gebiet des Fliegerhorstes oder einer geeigneten Alternative liegt, ist dabei zweitrangig. Sollte er aber nicht im Fliegerhorst liegen, darf das nicht dazu führen, dass das Gebiet gar keinen Spielplatz erhält.


Zum Baugebiet „Fliegerhorst Nord“, Bauplanänderung und Fällungen

Als letzte verbleibende Grünfläche sollte das Gebiet den Bewohner:innen vollständig erhalten bleiben. Dazu sollte am 14.01. dem Antrag der Grünen Ratsfraktion (TOP Ö 8.1) stattgegeben werden, nachdem der verlorene Wald vor Ort ökologisch gleichwertig aufgeforstet werden soll. Die Kosten hat selbstverständlich der Investor zu tragen, zusätzlich zu der ohnehin anfallenden Strafzahlungen. Auch die Fragen, die die FDP Ratsfraktion in ihrem Antrag (TOP Ö 8.2) stellt,
sollten restlos geklärt werden, bevor weitere Genehmigungen erteilt werden. Sollte eine komplette Ablehnung des B-Plans 177 im Rat keine Mehrheit finden, muss dieser stark überarbeitet werden, sodass zumindest dieser Teil des Neubaugebiets hohe Standards an Radwegen, Grünflächen und den geforderten Grünstreifen vorweist. Es gibt keine akzeptable Rechtfertigung für die Genehmigung der aktuellen Version des B-Plans 177.


Zur Mülldeponie

Wir schließen uns den Forderungen von BUND und NABU an, den Inhalt der Deponie schnellstmöglich untersuchen zu lassen. Sie muss danach unter den nötigen Sicherheitsvorkehrungen wieder abgetragen und der Abfall ordnungsgemäß entsorgt werden. Herr Bruns und seine Unternehmensgruppe müssen schnellstmöglich zur vollständigen Aufklärung beitragen, was den Inhalt der Deponie und den Verbleib des belasteten Materials betrifft.
 

Für Hintergründe und weiterführende Informationen siehe unsere Stellungnahme zu den aktuellen Entwicklungen im Fliegerhorst hier.
 

Fridays for Future Goslar, 11.1.2021

Erhöhte Radon-Werte in den Harzer Bergen, aber auch in Goslar – Bad Harzburg!

Download Flyer als PDF
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Niedersachsen stärkt den Gesundheitsschutz!
Radonvorsorgegebiete im Harz ausgewiesen!

Link zur Seite:  Umwelt.Niedersachsen.de

Im niedersächsischen Teil des Harzes wurden die Gemeinden Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Goslar-Stadt als Vorsorgegebiete für das gesundheitsschädigende Edelgas Radon ausgewiesen. In diesen Gebieten ist anzunehmen, dass der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft überschritten wird.
 

Der BUND-Regionalverband Westharz stellt interessierten Bürgern sein Radon-Messgerät gern zeitweise unter Beachtung der aktuellen Corona-Regeln zur Verfügung! Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte unter der E-Mail Adresse:  bund.westharz@bund.net
 

 

Neues Gutachten vorgestellt: Einmalige Gipskarstlandschaft im Südharz erhalten

Ausstieg aus Naturgipsabbau bis 2045 möglich

Jüngst stellte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sein Gutachten zum Ausstieg aus dem Naturgipsabbau bis 2045 vor. Anlass sind die verstärkten Bemühungen der Gipsindustrie, den Wegfall von REA-Gips aus der Kohleverstromung durch neue Naturgips-Abbauflächen zu kompensieren. Der BUND fordert strengere Regelungen für Gips-Recycling und den verstärkten Einsatz alternativer Baustoffe. Nur so kann der Naturgipsverbrauch nachhaltig reduziert und die einzigartigen Landschaften geschont werden.

„Der Ausstieg aus der Kohleverstromung wird kurzerhand als Argument für die Steigerung des Naturgipsabbaus genutzt. Das ist eine Milchmädchenrechnung“, erklärt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. „Naturgipsförderung in Deutschland zerstört unwiederbringlich Lebensräume, die in Europa einzigartig sind. Die angedachte Ausdehnung der Abbaugebiete in von der Europäischen Union ausgewiesene FFH-Gebiete oder andere streng geschützte Naturschutzgebiete ist seitens der Landesregierungen zu stoppen. Um zu vermeiden, dass unsere letzten Naturgipsvorräte als Gipskartonplatten auf der Mülldeponie landen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, auf zukunftsweisende Alternativen umzustellen.“

Laut des vom BUND in Auftrag gegebenen Gutachtens werden in Deutschland bisher weniger als ein Prozent der Gipsprodukte recycelt, der überwiegende Teil landet als Sondermüll auf der Deponie. Dabei handelt es sich vor allem um Gipswandbauplatten aus REA-Gips aus Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen. Naturgipse werden bisher vor allem als Füllgipse und in geringem Umfang für Spezialgipse verwendet.

„Wir brauchen dringend strengere Regelungen für das Recycling von Chemiegipsen und Gipsprodukten“, so Bandt. „Die Bundesregierung muss sich für ein Kreislaufwirtschaftsgesetz starkmachen, das den Ressourcenverbrauch deutlich reduziert und unsere Naturgipsvorräte schützt.“

Parallel dazu müssen laut BUND-Gutachten alternative Baustoffe wie Lehm, Holz und andere nachwachsende Rohstoffe gefördert werden, um den Gipsverbrauch generell zu reduzieren. Bandt: „Nachwachsende Rohstoffe speichern CO2, schonen die Natur und bieten uns die Möglichkeit, nachhaltig zu bauen.“

„Vor diesem Hintergrund fordern wir die Politik auf, standhaft zu bleiben und keine neuen Naturgips-Abbaugebiete zu genehmigen“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Denn gerade im Südharz steht mit der Gipskarstlandschaft ein einzigartiger Hotspot der Artenvielfalt auf dem Spiel, der schon jetzt bis zur absoluten Belastungsgrenze ausgebeutet wird. In Zeiten des akuten Artensterbens ist ein solches Vorgehen nicht mehr tragbar.“

Hintergrund

In Deutschland liegt der aktuelle Gipsbedarf bei circa zehn Millionen Tonnen pro Jahr, davon stammen sechs Millionen aus REA-Gips aus Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen aus der Kohle- oder Öl-Verbrennung. Die restlichen vier Millionen Tonnen machen Naturgips aus. Davon werden mehr als eine Million Tonnen pro Jahr exportiert. Mit dem Wegfall von REA-Gips aus der Kohleverstromung würde eine Gips-Lücke von zirka vier Millionen Tonnen entstehen. Der Wegfall von REA-Gips erhöht den Druck vor allem im Südharz. Dort findet mit knapp zwei Millionen Tonnen pro Jahr der größte Naturgips- und Naturverbrauch statt.                                  

Knapp 85 Prozent des aktuellen REA-Gips-Aufkommens wird bisher für die Produktion von Gipswandbauplatten eingesetzt. Naturgips findet dagegen vor allem bei Produkten aus gebranntem Gips wie Füllgipsen (Putze, Spachtel, usw.) oder Spezialgipsen Anwendung. Naturgips kann durch Gipsrecycling und Chemiegipse nahezu vollständig ersetzt werden. Der Bedarf an Gipswandbauplatten reduziert sich erheblich durch den Einsatz von Platten aus Lehm, Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen.

Das vom BUND in Auftrag gegebene Gutachten finden Sie unter: www.bund.net/gipsgutachten

Der Frankenberger Teich in Goslar macht Probleme

Im Sommer 2018 fiel der Teich fast vollständig trocken, denn er verlor durch den undichten Damm praktisch sein gesamtes Wasser. Derzeit macht er durch seine Algenblüte wieder Schlagzeilen. Aber wohin fließt das Wasser, das ja ständig von den Harzbergen her dem Teich zufließt? Irgendwo muss es ja bleiben. Dazu hat sich die Stadt bisher nicht geäußert. Wasser fließt den kürzesten Weg bergab. Diesen Weg – nämlich ungefähr entlang des heutigen Claustorwalls – sind wir vor einigen Tagen mit der Kamera abgelaufen und haben uns die Häuser angeschaut, soweit das gestattet ist (weiter auf die Grundstücke sind wir nicht gegangen). Und siehe da – es gibt sogar schon von weitem sichtbare Risse in den Häusern. Die Fotos entstanden im Claustorwall und in der Steinbergstraße. Ob das mit dem abfließenden Wasser zusammenhängt? Das wäre aus hydrogeologischer Sicht gut möglich! Dann wäre aber Gefahr im Verzug. Die Häuser stehen übrigens teilweise unter Denkmalschutz.

Hans Griep spricht in seinen diversen Schriften zu den Goslarer "Wasserreisen", mit denen die Stadt mit Frischwasser versorgt wurde, und zur Entwicklung der städtischen Wasserwirtschaft vom Trüllke- oder Vititor-Kanal, der hier wohl im Tiefsten des äußeren Wallgrabens der Stadtbefestigung verlief. Später wurden die imposanten Befestigungsanlagen eingeebnet und teilweise bebaut. Die tiefen Wallgräben wurden dabei aufgefüllt und der Vititor-Graben durch einen begehbaren Gewölbekanal ersetzt. In alten Akten finden sich noch Hinweise zum Verlauf dieses Kanals. Da könnte ein Ansatzpunkt für die weitere Ursachenforschung liegen. Vielleicht ist der alte Kanal verstopft oder zusammengebrochen? Oder der Fließweg wurde reaktiviert?



Stellungnahme zur 100. Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Goslar und zum Bebauungsplan Nr. 176 „Kaiserpfalzquartier“

FÜR NATUR UND UMWELT

Die Corona-Pandemie stellt gerade alles auf den Kopf. Trotz allem brauchen Natur- und Umwelt weiterhin unseren Schutz. 

Erfreuen Sie sich auch in dieser schweren Zeit an der Schönheit des Lebens!

Bleiben Sie stark – und bleiben Sie bitte gesund.

Großbrand in Liebenburg-Othfresen: Alte Werkshalle abgebrannt – eine Bilanz aus Sicht des BUND

P R E S S E M I T T E I L U N G

Liebenburg. Hinsichtlich des Großbrandes in einer Werkshalle auf dem Gelände des ehemaligen Eisenerzbergwerks der Grube Ida-Bismarck in Othfresen (Gemeinde Liebenburg, Landkreis Goslar) in der Nacht des 23.2.2020 besteht aus Sicht des BUND-Regionalverbandes Westharz dringend umfangreicher Klärungs- und Handlungsbedarf seitens der beteiligten Behörden (Gemeinde Liebenburg, Landkreis Goslar, Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, Polizei).

Die Werkshalle befindet sich auf einem Grundstück, das sich mittlerweile in privatem Eigentum befindet. Die dortigen Zustände sind den Behörden bereits seit vielen Jahren bekannt. Nach entsprechenden Recherchen des BUND wissen die Behörden seit mindestens 2004, also seit nunmehr über 15 Jahren, dass es sich hierbei um eine nicht genehmigte und somit illegale Müllhalde handelt. Nach Aussage des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig wurden auf dem Grundstück mehr als 100 Tonnen Abfall gelagert, ohne dass eine dafür benötigte Genehmigung erteilt wurde. Diese Aussage bezieht sich nur auf das einsehbare Grundstück. Was in der nun abgebrannten Werkshalle gelagert wurde, war bis zuletzt nicht bekannt und wurde möglicherweise nie überprüft.                                                                                                                                     
Das Grundstück befindet sich in einem Karstgebiet mit durchlässigen und wasserlöslichen Gesteinen und es befindet sich dort auch eine Quelle, die teilweise verrohrt ist, teilweise offen abfließt. Die Umweltgefährdung für das Erdreich und das Grundwasser ist somit evident. Darüber hinaus befindet sich das Grundstück in unmittelbarer Nähe zu den besonders geschützten FFH-Gebieten „Salzgitterscher Höhenzug“ und „Innerste“.

Trotz mehrfacher Hinweise in den letzten Jahren aus der Bevölkerung und seitens des BUND wurden keine sichtbaren Maßnahmen von den Behörden unternommen. Vielmehr sind sogar Fälle bekannt, dass Einwohnern von der Polizei „unberechtigte Sorgen“ vorgeworfen worden ist. Bei der telefonischen Meldung einer Anwohnerin bzgl. umfangreichen LKW-Verkehrs zu dem Grundstück im letzten Jahr fiel die Aussage eines Polizisten „Der kann sich doch anliefern lassen was er will“. Diese und andere Indizien sprechen für die über viele Jahre hinweg fehlende Bereitschaft der Ordnungsbehörden, Maßnahmen zu ergreifen. Erst sehr spät wurde eine „Task-Force“ für diesen Fall beim Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig eingerichtet. Die Ergebnisse der im letzten Jahr erfolgten Bodenproben sind nicht veröffentlicht worden. Nach bisher nicht bestätigten Informationen waren die ausgewählten Probenahmestellen auch nicht geeignet, belastbare Ergebnisse zu erzielen.

Nachweislich ist es bereits im Juni 2008 sowie Ende Mai 2017 zu Bränden auf dem Grundstück gekommen. Bei dem Brand 2017 hätten u.a. alte Reifen und Kunststoffmüll gebrannt. Eine Umweltgefährdung wurde jedoch ausgeschlossen. Dies sah und sieht der BUND aufgrund der Bodenbeschaffenheit des Grundstücks und der verbrannten Materialien anders. Darüber hinaus ist eine Aussage des Grundstückseigentümers aus dem Jahr 2009 bekannt, mit der er darauf hinwies, in der Halle stehe ein „überdimensionaler Ofen, in den viel reinpassen würde“.

Im September 2019 hatte der BUND-Regionalverband Westharz Strafanzeige gegen den Eigentümer des Grundstücks und den damaligen Leiter des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig erstattet. Während das Verfahren gegen den Eigentümer noch läuft, wurde das Verfahren gegen den Leiter des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig jedoch eingestellt. In dieser Strafanzeige hatte der Regionalverband ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auf dem Grundstück jederzeit mit weiteren Bränden zu rechnen sei, sodass Anwohner sowie die umliegende Tier- und Pflanzenwelt durch giftige Gase bedroht seien. Die auf dem Grundstück gelagerten weitestgehend unbekannten Materialien würden eine erhöhte Brandgefahr darstellen. Genau so kam es dann!

Der nunmehr stattgefundene Großbrand hat leider alle Befürchtungen und Warnungen bestätigt. Der stundenlange Brand muss dabei umfangreiche umwelt- und gesundheitsschädliche Emissionen verursacht haben, die aufgrund der Windverhältnisse in dieser Nacht auf bewohntes Gebiet eingewirkt und auch das FFH-Gebiet „Salzgitterscher Höhenzug“ beeinträchtigt haben. Auch das Grundwasser dürfte durch die Bodenbeschaffenheit beeinträchtigt worden sein. Die in der öffentlichen Berichterstattung erwähnte Information/Warnung der Bevölkerung von Anwohnern kann nicht als ausreichend angesehen werden. Die Feuerwehr hat dahingehend sicherlich das aus Ihrer Sicht und nach den Einsatzplänen Erforderliche getan. Es wäre jedoch darüber hinaus sinnvoll gewesen, auch die Anwohner zweckmäßig und sinnvoll zu warnen, die nicht unmittelbar an das vom Großbrand betroffene Grundstück grenzen. Da die Einsatzkräfte der Feuerwehr vollständig mit der unmittelbaren Brandbekämpfung sowie mit Luftmessungen beschäftigt waren und dies gewohnt professionell und vorbildlich zum Schutz der Bevölkerung getan haben, wäre hier aus Sicht des BUND die Unterstützung der örtlichen Polizei sinnvoll gewesen.

Der BUND erwartet nunmehr, dass umgehend alles Erforderliche getan wird, um die unmittelbare und große Gefahr, die von dem Grundstück ausgeht, zu beseitigen. Weiterhin fordern wir, dass das nähere Umfeld des Grundstücks wie die bewohnten Gebiete und das FFH-Gebiet „Salzgitterscher Höhenzug“ untersucht werden, um mögliche gesundheits- und umweltgefährdende Ablagerungen, verursacht durch den Großbrand, zu erkennen. Die Ergebnisse sind – ähnlich wie im Falle der Eisenerzgrube Morgenstern – vollständig und transparent zu veröffentlichen.

Ausbaupläne für Pestizidlager in Bad Harzburg schlagen Wellen – BUND Westharz und NABU-Kreisgruppe Goslar kamen zahlreichen Fragen nach und informierten vor Ort

Am Freitag 29.11.2019 informierten die Goslarer Umweltverbände BUND und NABU über die Hintergründe und das Umfeld des Chemikalienlagers in der Stadt Bad Harzburg in Form einer kurzen Wanderung. Treffpunkt war am 29.11. um 14.30 Uhr in Bad Harzburg, Gödeckekamp 7 im Gewerbegebiet Bad Harzburg Nord. Von dort führte ein Spaziergang in das Umfeld der Anlage, wo sich Quellaustritte und Erdfälle befinden, die nicht jeder Bad Harzburger kennt. In der Nähe dieser Erdfälle befindet sich das Chemikalienlager. Trotzdem wurde die Anlage 2016 ohne Umweltverträglichkeitsprüfung vom Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig genehmigt. Nach dem Spaziergang setzten wir uns um 16.30 Uhr im Bräustübl Bad Harzburg, Goslarsche Str.1 A, zusammen, um über mögliche Einsprüche zu informieren.

Hintergrund

Die Firma PLG mbH aus Baddeckenstedt, die das Lager betreibt, hat die wesentliche Vergrößerung des Lagers in der Kurstadt Bad Harzburg beantragt. Gelagert werden gefährliche Pflanzenschutzmittel und andere Chemikalien. Die neue Gesamtlagerkapazität soll zukünftig 22.764 t betragen. Im Lager werden die Stoffe eingelagert, umgeschlagen und kommissioniert. Für die Erweiterung soll eine neue Halle mit drei neuen Lagerabschnitten errichtet werden. Unter Einhaltung der Lagerkapazität von 22.764 t für gewässergefährdende Stoffe soll

• die Lagerkapazität von toxischen Stoffen oder Gemischen bestimmter Gefahrenkategorien von 199 t auf 1.000 t erhöht werden,
• die Lagerkapazität von akut toxischen Stoffen oder Gemischen der Kategorie 1 oder 2 innerhalb der Lagerkapazität von 1.000 t von bisher unter 20 t auf 200 t erhöht werden und
• die Lagerung oxidierender Flüssigkeiten oder oxidierender Feststoffe mit einer Lagerkapazität von 320 t neu hinzukommen.

Mit dem Betrieb der Anlage, die der Seveso-Richtlinie unterliegt, soll im Juli 2020 begonnen werden. Einwendungen gegen das Vorhaben können bis zum 2.12.2019 schriftlich oder elektronisch beim GAA Braunschweig und der Stadt Bad Harzburg erhoben werden. Mit Ablauf der Einwendungsfrist sind für das Genehmigungsverfahren alle Einwendungen ausgeschlossen, die nicht auf besonderen privatrechtlichen Titeln beruhen.

Riesiges Chemikalienlager in Bad Harzburg soll weiter vergrößert werden – über 22.000 Tonnen giftige Stoffe und Gemische in der Kurstadt

Bereits 2016 machte der Bau eines riesigen Chemikalienlagers in der Stadt Bad Harzburg Furore und die GZ hat mehrfach darüber berichtet. Ohne Umweltverträglichkeitsprüfung wurde das Projekt vom Gewerbeaufsichtsamt genehmigt, obwohl sich in der Nähe des Lagers Erdfälle befinden, d.h. der Untergrund gehört dort nicht zu den stabilsten Baugründen im Landkreis Goslar.

Die Firma PLG mbH aus Baddeckenstedt, die das Lager betreibt, hat nunmehr die wesentliche Vergrößerung des Lagers in der Kurstadt Bad Harzburg beantragt. Gelagert werden gefährliche Pflanzenschutzmittel und andere Chemikalien. Die neue Gesamtlagerkapazität zukünftig 22.764 t betragen. Lagergrundstück ist Bad Harzburg, Gödeckekamp 7, Gemarkung Harlingerode, Flur 23, Flurstück 29/6. Dort sollen die Stoffe gelagert, umgeschlagen und kommissioniert werden. Für die Erweiterung soll eine neue Halle mit drei neuen Lagerabschnitten errichtet werden.

Unter Einhaltung der Lagerkapazität von 22.764 t für gewässergefährdende Stoffe soll

• die Lagerkapazität von toxischen Stoffen oder Gemischen bestimmter Gefahrenkategorien von 199 t auf 1.000 t erhöht werden,

• die Lagerkapazität von akut toxischen Stoffen oder Gemischen der Kategorie 1 oder 2 innerhalb der Lagerkapazität von 1.000 t von bisher unter 20 t auf 200 t erhöht werden und

• die Lagerung oxidierender Flüssigkeiten oder oxidierender Feststoffe mit einer Lagerkapazität von 320 t neu hinzukommen.

Mit dem Betrieb der Anlage soll im Juli 2020 begonnen werden.
 

Einwendungen gegen das Vorhaben können bis zum 2.12.2019 schriftlich oder elektronisch bei den genannten Auslegungsstellen erhoben werden. Mit Ablauf der Einwendungsfrist sind für das Genehmigungsverfahren alle Einwendungen ausgeschlossen, die nicht auf besonderen privatrechtlichen Titeln beruhen.
 

Wem es nicht möglich ist, Einsicht zu nehmen, stellt der BUND die Unterlagen gern zur Verfügung.

Presseinformation von BUND/NABU Goslar zum Landtagsbesuch – öffentliche Petitionsübergabe 23.10.2019

Landtagspräsidentin und Abgeordnete nehmen offiziell Landtagspetition entgegen

Zur offiziellen Übergabe der Petition gegen die Erweiterungspläne des Diabas-Steinbruchs Huneberg und des Gabbro-Steinbruchs Bärenstein an der B 4 oberhalb von Bad Harzburg und die dafür geplante Entlassung von Gebieten aus Trinkwasservorrang- und Schutzgebieten an den Umweltminister Niedersachsens, Olaf Lies und die Goslarer Landtagsabgeordneten, Dr. Alexander Saipa, Petra Emmerich-Kopatsch und Julia Hamburg, reiste eine Delegation von Vertretern des BUND und des NABU Goslar am 23.10.2019 nach Hannover. Am Rande der stattfindenden Plenarsitzungen wollten die Umweltschützer, neben der Überreichung, mit Minister und Abgeordneten im Landtag ins Gespräch kommen und ihr Anliegen näher erläutern.

Ermutigt zu diesem Besuch wurden die Naturschützer durch den Grünen Abgeordneten Dragos Pancescu, der sich bereits bei einem Ortsbesuch in Bad Harzburg persönlich ein Bild von der Situation gemacht hatte (die GZ berichtete).

Auf die erfolgte Einladung zu dem Treffen aus dem Abgeordnetenbüro Pancescu gab es zunächst eine mündliche Zusage von Umweltminister und den Abgeordneten Hamburg und Emmerich-Kopatsch. Dr. Saipa verwies auf seine regionale Nichtzuständigkeit.
Bedauerlicherweise und zum Erstaunen der zum Gespräch erschienenen Abgeordneten Hamburg und Pancescu, musste Herr Lies seine Zusage aus terminlichen Gründen kurzfristig revidieren.

Die Landtagseingabe mit Unterlagen zu den Erweiterungsplänen und zugehörigen Gutachten konnte dann allerdings erfreulicherweise an die Präsidentin des Niedersächsischen Landtages, Gabriele Andretta, die sich spontan dazu bereit erklärte, sowie an die Abgeordneten der Grünen Landtagsfraktion, Julia Hamburg und Dragos Pancescu überreicht werden. Landtagspräsidentin Andretta bedankte sich hierbei für das Engagement und sagte eine sorgfältige Prüfung des Anliegens durch die Landesregierung und die Mitglieder des Petitionsausschusses zu.

Bei der Präsidentin des Landtags Andretta und den anwesenden Abgeordneten Hamburg und Pancescu bedanken wir uns.


 

Diabassteinbruch Huneberg bei Bad Harzburg – 50 ha weitere Naturzerstörung in Planung – BUND und NABU protestieren

Goslar – Bad Harzburg. Die Harzer Pflastersteinbrüche Telge & Eppers (Niederlassung der KEMNA BAU Andreae GmbH & Co KG) planen, den Steinbruchbetrieb am Huneberg um ein neues Abbaufeld mit 50 ha Größe zu erweitern. Das Abbaugebiet liegt aktuell in den Wasserschutzgebieten Bad Harzburg und Granetalsperre (Radau-Überleitung) und ist im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorranggebiet für Trinkwassergewinnung ausgewiesen.

Dieses Thema steht auf der Tagesordnung des Umweltausschusses des Landkreises Goslar am morgigen 29.8.2019.

Schon heute ist dieser Steinbruch einer der flächenmäßig größten Natureingriffe im gesamten Westharz. Nunmehr soll der Bruch um weitere 50 ha vergrößert werden – und das in schutzwürdige Lebensräume und sogar in ein Wasserschutzgebiet hinein. Und der Landkreis Goslar will am morgigen Tage sogar schon in vorlaufendem Gehorsam seine Zustimmung erklären, vgl. anl. Vorlagen und die Karte.

Der Vorgang Steinbrucherweiterung "Huneberg Ost“ liegen den Harzer Umweltverbänden seit vielen Jahren am Herzen und wir haben uns hier schon lange engagiert, auch in den jeweiligen Behördenverfahren.

Die Erweiterung des Steinbruchs ist bereits seit mehreren Jahren von langer Hand vorbereitet. Gutachten weisen – wie fast immer – nach, dass die früher getroffene Abgrenzung von Wasserschutzgebieten falsch und zu großzügig war. Warum kommt eigentlich kaum mal ein Gutachter zu der Auffassung, dass die Abgrenzung "genau richtig" oder "zu klein" war? Und dass in Zeiten des Klimawandels eine Stadt wie Bad Harzburg auf solche Wasservorkommen, die jetzt geopfert werden sollten, angewiesen sein könnte? Denn eine derzeit nicht in Betrieb befindliche Trinkwasserentnahmestelle im Riefenbachtal wird seitens den beteiligten Verwaltungen plötzlich als "bedeutungslos" und "nicht erforderlich" erklärt – weil sie dem Steinbruch im Wege steht!

Als nächstes wird die relevante Wasserschutzgebiets-Verordnung geändert und dann im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung der Nachweis geführt, dass die Erweiterung umweltverträglich ist.

Die Steinbrucherweiterung verspricht mittelfristig die Sicherung einer überschaubaren Zahl von Arbeitsplätzen sowie die Bereitstellung von Baumaterialien für die Fortsetzung von Landschaftszerstörungen und Bodenversiegelung durch Straßenbau und sonstige Bauvorhaben. Beim Abbau wird weiterhin Asbest freigesetzt. Die Staub- und Lärmbelastung auf der B 4 auch in der Kurstadt Bad Harzburg bleibt zumindest noch jahrzehntelang bestehen. Der weitere Abbau behindert gleichzeitig das Recycling, das weltweit stark forciert wird, denn nun sind ja weitere Gesteinsmengen günstig zu kaufen.

Derzeit kann die Stadt Bad Harzburg in den meisten Jahren ihren Trinkwasserbedarf noch unabhängig und in kommunaler Selbstverwaltung aus eigenen Quellen sichern. In sehr regenarmen Jahren wie zuletzt 2018 müssen aber auch die Harzburger Stadtwerke bereits Wasser von den Harzwasserwerken zukaufen, um die eigenen Brunnen zu schützen. Im Hinblick auf den Klimawandel ist zu erwarten, dass der Bedarf an Trinkwasser auch in Bad Harzburg ansteigt und bei versiegenden Quellen immer schwerer zu decken sein wird. Trotzdem soll nun die Steinbrucherweiterung oberhalb des Riefenbachtals, das Hauptversorgungsgebiet der Stadt, vorangetrieben werden und eine bereits vorhandene Entnahmestelle geopfert anstatt als Reserve ausgebaut werden?
 

BUND Westharz, Dr. Friedhart Knolle
NABU-Kreisgruppe Goslar, Wolfgang Moldehn
 


 

BUNDinfo Westharz Gesunde Luft 2/2018

Wir haben einen Flyer mit aktuellen Informationen für Sie erstellt, der auch in 2019 die derzeitige Situation beschreibt: 

Download BUNDinfo Westharz Gesunde Luft 2/2018


Einzigartige Landschaft und Arbeitsplätze im Südharz erhalten - Naturschutzverbände rufen Ministerpräsidenten im Dreiländereck zum Handeln auf

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

12. Februar 2019
 

BUND Landesverband Niedersachsen e.V.

BUND Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

BUND Landesverband Thüringen e.V.

NABU Landesverband Niedersachsen e.V.

NABU Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

NABU Landesverband Thüringen e.V.

NaturFreunde Niedersachsen e.V.

Niedersächsischer Heimatbund e.V.


Hannover – Erfurt – Magdeburg. In einem Offenen Brief haben acht Landesnaturschutzverbände von BUND, NABU, NaturFreunde und der Niedersächsische Heimatbund die Ministerpräsidenten der Länder Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt aufgefordert, die europaweit einmalige Gipskarstlandschaft im Südharz für nachfolgende Generationen zu erhalten. Der Schutz der natürlichen Lebensräume und Kulturlandschaften müsse dabei Hand in Hand mit der Sicherung nachhaltiger Arbeitsplätze in der Südharzregion gehen.

„Die Gipskarstlandschaft im Südharz ist ein Hotspot der Artenvielfalt, einmalig in ganz Europa“, betonen die Naturschutzverbände. „Durch den Gipsabbau wird das Gestein entfernt, dem die Landschaft ihren ungewöhnlichen und reichen Formenschatz verdankt. Die natürliche Artenzusammensetzung und das Landschaftsbild werden nachhaltig verändert. Übrig bleiben mit Gipsabraum aufgefüllte und gefällig modellierte Steinbrüche mit Allerweltsvegetation.“ Die Verbände fordern daher seit Langem eine Umstellung der Anhydrit- und Gips-Baustoffbranche auf Recycling- und Sekundärgipse sowie nachwachsende Rohstoffe. Die sich bietenden Möglichkeiten werden im Südharz noch nicht konsequent genug umgesetzt, weil der Abbau der Gipsvorkommen günstiger und einfacher ist.

„Es ist statistisch belegt, dass im Südharz viele Arbeitsplätze im Tourismussektor und nachfolgendem Gewerbe gebunden sind“, so die Verbände. „Mit der Fortführung des Naturgipsabbaus wird die Landschaft endgültig und unwiederbringlich ihres Potenzials einer nachhaltigen Tourismusentwicklung beraubt.“ Derzeit etabliert sich die Südharzregion länderübergreifend mit hoffnungsvollen Ansätzen im Bereich der touristischen Vermarktung. Mit der Schaffung von regionalen Wirtschaftskreisläufen mittels Vermarktung heimischer Produkte und des in Sachsen-Anhalt etablierten Biosphärenreservats „Karstlandschaft Südharz“ hat die Region einen Platz im Ranking der Nationalen Naturlandschaften gefunden, den es auszubauen gilt.

Einen nachhaltigen Abbau gibt es nicht. Zwar entwickeln sich Abbauflächen kurzfristig zu teilweise hochwertigen Offenlandbiotopen und weisen vorübergehend Arten auf, die es vorher dort nicht gab. Die dann vorkommenden Pflanzen- und Tierarten sind jedoch nicht mehr typisch für die naturnahen Lebensräume auf Gips- bzw. Karstgestein wie artenreiche Magerrasen, orchideenreiche Kalkbuchenwälder, natürliche Erdfälle und die ganze Fülle der Gipskarstformen, die es zu schützen gilt. Die Naturschutzverbände appellieren daher an die Ministerpräsidenten der drei Länder, jetzt die politischen Weichen für einen länderübergreifenden, flächendeckenden Schutz zu stellen und einen offenen Diskurs über die Zukunft der Südharz-Region zu führen.

HINTERGRUND

Die Betriebsräte der in der Region Südharz tätigen gipsverarbeitenden Unternehmen Knauf (Rottleberode), Casea (Ellrich) und Saint Gobain Formula (Walkenried) hatten sich zum Jahreswechsel in einem Brief an die Ministerpräsidenten gewandt und gegen die angebliche Gefährdung ihrer Arbeitsplätze durch die staatliche Verhinderung von notwendigen Abbauflächen protestiert. Im niedersächsischen Karst sind bereits über 50 % Prozent der Flächen mit oberflächennah vorkommendem Gips abgebaut, in Thüringen aufgrund der größeren Vorkommen etwas weniger.

Mit dem „Hotspot der Biodiversität“ im Südharz und Kyffhäuser sind vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) ausdrücklich „natürliche Biotope“ mit den „typischen Arten“ genannt, die sich über 10.000 Jahre seit der letzten Eiszeit hier entwickelt haben. Diese Natur kann durch noch so intensive Renaturierung nicht wieder hergestellt werden. Die Einmaligkeit der Karstlandschaft besteht neben der Biodiversität in ihrer ganz besonderen Geologie. Nur im Südharz treffen teilweise hohe Niederschläge, kalkfreie Bäche und Flüsse aus dem Harz und oberflächennah vorkommender Gips aufeinander. Bäche schaffen Steilwände, Naturhöhlen entstehen, fallen wieder ein und lassen oberirdisch Senken, Erdfälle, Bachschwinden, periodische Seen, Abhänge und Rutschungen entstehen.  


BUND protestiert gegen neuen Gipsabbau bei Walkenried und den fortgesetzten Raubbau an der Südharzlandschaft

Walkenried. Die Firma Saint-Gobain Formula GmbH, Walkenried, hat beim Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig die Ausweitung ihres Gipsabbaus im Bereich Juliushütte beantragt. Der Steinbruch soll sogar in das dortige besonders schutzwürdige FFH-Gebiet Nr. 136 (Gipskarstgebiet bei Bad Sachsa) hineingeführt werden und berührt das Grüne Band an der Grenze zum Nachbarland Thüringen.

Dagegen protestieren die Naturschutzverbände.


Hier können Sie lesen, was dazu der BUND-Regionalverband Westharz erklärt.

Hier finden Sie Hintergründe zum Thema.

Hier finden Sie unsere offizielle Stellungnahme im Verfahren. 

Hier finden Sie den Offenen Brief unserer Ortsgruppe Osterode.

Mit freundlichem Glück Auf
BUND-Regionalverband Westharz


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