Willkommen auf der Seite des BUND-Regionalverbands Westharz

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BUND-Regionalverband Westharz

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Wir engagieren uns für Natur- und Umweltschutz sowie nachhaltige Entwicklung im Landkreis Goslar und im Altkreis Osterode am Harz. Interessierte Bürger, passive Mitglieder und aktive Umweltschützer sind gleichermaßen bei uns willkommen.

Neuigkeiten & Pressemitteilungen

Hier finden Sie Meldungen und interessante Neuigkeiten vom BUND-Regionalverband Westharz.
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Einzigartige Landschaft und Arbeitsplätze im Südharz erhalten - Naturschutzverbände rufen Ministerpräsidenten im Dreiländereck zum Handeln auf

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

12. Februar 2019
 

BUND Landesverband Niedersachsen e.V.

BUND Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

BUND Landesverband Thüringen e.V.

NABU Landesverband Niedersachsen e.V.

NABU Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

NABU Landesverband Thüringen e.V.

NaturFreunde Niedersachsen e.V.

Niedersächsischer Heimatbund e.V.


Hannover – Erfurt – Magdeburg. In einem Offenen Brief haben acht Landesnaturschutzverbände von BUND, NABU, NaturFreunde und der Niedersächsische Heimatbund die Ministerpräsidenten der Länder Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt aufgefordert, die europaweit einmalige Gipskarstlandschaft im Südharz für nachfolgende Generationen zu erhalten. Der Schutz der natürlichen Lebensräume und Kulturlandschaften müsse dabei Hand in Hand mit der Sicherung nachhaltiger Arbeitsplätze in der Südharzregion gehen.

„Die Gipskarstlandschaft im Südharz ist ein Hotspot der Artenvielfalt, einmalig in ganz Europa“, betonen die Naturschutzverbände. „Durch den Gipsabbau wird das Gestein entfernt, dem die Landschaft ihren ungewöhnlichen und reichen Formenschatz verdankt. Die natürliche Artenzusammensetzung und das Landschaftsbild werden nachhaltig verändert. Übrig bleiben mit Gipsabraum aufgefüllte und gefällig modellierte Steinbrüche mit Allerweltsvegetation.“ Die Verbände fordern daher seit Langem eine Umstellung der Anhydrit- und Gips-Baustoffbranche auf Recycling- und Sekundärgipse sowie nachwachsende Rohstoffe. Die sich bietenden Möglichkeiten werden im Südharz noch nicht konsequent genug umgesetzt, weil der Abbau der Gipsvorkommen günstiger und einfacher ist.

„Es ist statistisch belegt, dass im Südharz viele Arbeitsplätze im Tourismussektor und nachfolgendem Gewerbe gebunden sind“, so die Verbände. „Mit der Fortführung des Naturgipsabbaus wird die Landschaft endgültig und unwiederbringlich ihres Potenzials einer nachhaltigen Tourismusentwicklung beraubt.“ Derzeit etabliert sich die Südharzregion länderübergreifend mit hoffnungsvollen Ansätzen im Bereich der touristischen Vermarktung. Mit der Schaffung von regionalen Wirtschaftskreisläufen mittels Vermarktung heimischer Produkte und des in Sachsen-Anhalt etablierten Biosphärenreservats „Karstlandschaft Südharz“ hat die Region einen Platz im Ranking der Nationalen Naturlandschaften gefunden, den es auszubauen gilt.

Einen nachhaltigen Abbau gibt es nicht. Zwar entwickeln sich Abbauflächen kurzfristig zu teilweise hochwertigen Offenlandbiotopen und weisen vorübergehend Arten auf, die es vorher dort nicht gab. Die dann vorkommenden Pflanzen- und Tierarten sind jedoch nicht mehr typisch für die naturnahen Lebensräume auf Gips- bzw. Karstgestein wie artenreiche Magerrasen, orchideenreiche Kalkbuchenwälder, natürliche Erdfälle und die ganze Fülle der Gipskarstformen, die es zu schützen gilt. Die Naturschutzverbände appellieren daher an die Ministerpräsidenten der drei Länder, jetzt die politischen Weichen für einen länderübergreifenden, flächendeckenden Schutz zu stellen und einen offenen Diskurs über die Zukunft der Südharz-Region zu führen.

HINTERGRUND

Die Betriebsräte der in der Region Südharz tätigen gipsverarbeitenden Unternehmen Knauf (Rottleberode), Casea (Ellrich) und Saint Gobain Formula (Walkenried) hatten sich zum Jahreswechsel in einem Brief an die Ministerpräsidenten gewandt und gegen die angebliche Gefährdung ihrer Arbeitsplätze durch die staatliche Verhinderung von notwendigen Abbauflächen protestiert. Im niedersächsischen Karst sind bereits über 50 % Prozent der Flächen mit oberflächennah vorkommendem Gips abgebaut, in Thüringen aufgrund der größeren Vorkommen etwas weniger.

Mit dem „Hotspot der Biodiversität“ im Südharz und Kyffhäuser sind vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) ausdrücklich „natürliche Biotope“ mit den „typischen Arten“ genannt, die sich über 10.000 Jahre seit der letzten Eiszeit hier entwickelt haben. Diese Natur kann durch noch so intensive Renaturierung nicht wieder hergestellt werden. Die Einmaligkeit der Karstlandschaft besteht neben der Biodiversität in ihrer ganz besonderen Geologie. Nur im Südharz treffen teilweise hohe Niederschläge, kalkfreie Bäche und Flüsse aus dem Harz und oberflächennah vorkommender Gips aufeinander. Bäche schaffen Steilwände, Naturhöhlen entstehen, fallen wieder ein und lassen oberirdisch Senken, Erdfälle, Bachschwinden, periodische Seen, Abhänge und Rutschungen entstehen.  


Offener Brief zur Umweltbelastung der Region Oker - Harlingerode sowie die eingegangenen Stellungnahmen

Update: Februar 2019

Luftverschmutzung in Bad Harzburg und Goslar-Oker! 

Zeitweise massiv erhöhte Dioxinwerte im Jahr 2017 festgestellt - Harz-Metall räumt erhöhte Dioxin-Werte ein!

Dioxin ist ein Abfallprodukt aus 17 Einzelstoffen. Es gilt als krebserregend und ist besonders gefährlich, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird. 


Mit einer Liste an Forderungen bzw. Maßnahmen zum Schutz unserer Böden, unseres Wassers und unserer Luft haben sich der  

AK Oker, 
Harlingerode PUR e.V., 
der Ökologische Ärztebund, 
die NABU-Kreisgruppe Goslar sowie 
der BUND-Regionalverband Westharz mit der Aktivgruppe Gesunde Luft

zusammengetan und einen Offenen Brief an

den Niedersächsischen Umweltminister, 
den Niedersächsischen Wirtschaftsminister, 
den Landrat des Kreises Goslar, 
den Oberbürgermeister der Stadt Goslar sowie 
den Bürgermeister der Stadt Bad Harzburg

formuliert. Dieser wurde Mitte März 2018 übersandt.


Download Offener Brief zur Umweltbelastung 

Hintergründe der Aktion sind die anhaltende Luftverschmutzung und wiederkehrende Geruchsbelästigungen durch aktuelle Emittenten im Belastungsgebiet Oker-Harlingerode.

Wir wollen mit denjenigen Gesundheitsgefahren, die vermieden werden können, nicht leben und fordern daher die zuständigen Behörden und Kommunen zum verstärkten Handeln auf. 

Stellungnahmen:

Stellungnahme des Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz auf den Offenen Brief zur Umweltbelastung der Region Oker - Harlingerode Download PDF vom 13.06.2018  

Gemeinsame Stellungnahme des Landkreises Goslar sowie den Städten Goslar und Bad Harzburg auf den Offenen Brief zur Umweltbelastung der Region Oker - Harlingerode Download PDF vom 03.05.2018

Das Wirtschaftsministerium hat noch nicht einmal geantwortet, das ist wenig bürgernah. 


BUND nimmt Akteneinsicht im Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig vor – zeitweise massiv erhöhte Dioxinwerte im Jahr 2017 festgestellt

Nachdem der Leiter des Gewerbeaufsichtsamts Braunschweig, Andreas Aplowski, in der letzten Bürgerversammlung 2017 im Freizeitzentrum Bad Harzburg angeboten hatte, dass gern auch Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) genommen werden könne, folgte der BUND diesem Hinweis.

In den letzten Wochen des vergangenen Jahres wurden durch Mitglieder des BUND-Regionalverbands Westharz an zwei Wochentagen die von der Behörde vorgelegten Unterlagen gesichtet. Als fachlichen Begleiter konnte der BUND Prof. Dr.-Ing. Carsten Cuhls von der Hochschule Magdeburg-Stendal gewinnen. Ein Schwerpunkt dieser ersten Akteneinsicht lag auf den Genehmigungsunterlagen der Harz-Metall GmbH. Weitere Firmen sollen folgen.

Ein Ergebnis der Einsicht waren Details zu den oft genannten „diffusen Quellen“. Eine dieser Quellen ist der offene Dachreiter am Drehrohrofen. Es handelt sich um eine ca. 30 qm große überdachte Dachöffnung in der Produktionshalle. Dort befinden sich der Drehrohrofen und offene Fließbänder, mit denen die Einsatzstoffe für den Drehrohrofen, u.a. Koks (Petrolkoks und Anthrazit), Stahlwerksstaub, Kalk, Gips und Schlämme (Schlämme aus Beizbädern, Formsande aus Gießereien, Galvanikschlämme) befördert werden. Der Dachreiter soll jetzt mit einem Vlies bedeckt sein. Durch dieses Fenster kommt Frischluft für die Arbeiter in die Halle, die dort Atemschutzmasken tragen müssen. Gleichzeitig gehen dort rund 105.000 Nm³ pro Stunde Hallenluft mit Anteilen an Cadmium, Blei und Dioxinen/Furanen ungefiltert in die Außenluft. Für diese „diffusen“ Emissionen sind keine Grenzwerte festgelegt. Gemäß Auskunft des GAA entsprechen diese passive Belüftung der Produktionshalle und die offenen Fließbänder nicht dem Stand der Technik.

Das wohl wichtigste Ergebnis der Einsicht waren die Daten zur Messung der Emissionsquelle „Schornstein am Drehrohrofen“. Der dort enthaltene Dioxinfilter wurde im Jahr 2000/2001 eingebaut, nachdem der BUND ebenfalls durch eine Akteneinsicht skandalös hohe Dioxinwerte in Emissionen dieses und anderer Betriebe festgestellt hatte. Der eigentliche Dioxinfilter besteht aus einem Adsorbens aus u.a. Aktivkohle und Tonerde, das in einem Kreislauf geführt wird. Dieses Adsorbens nimmt die freigesetzten Dioxin- und Quecksilbermoleküle auf und muss ständig ausgetauscht werden (ca. 60 - 100 kg/h). Die Abgase des Schornsteins werden gemäß gesetzlicher Vorgaben jährlich nur einmal analysiert. Im August 2017 – genau in der Zeit, als sich die Bürgerbeschwerden massiv häuften – gab es sehr starke Grenzwertüberschreitungen bei Dioxinen und Furanen!

Durch den Einsatz von schwefelhaltigem Petrolkoks wurden max. 1,8 Nanogramm Dioxine und Furane TE pro m³ Luftemission freigesetzt und das bei einem Grenzwert von 0,1 Nanogramm TE pro m³! Das ist für Ultragifte wie Dioxine und Furane eine extreme Erhöhung – immerhin 1800 %. Der BUND erfuhr, dass sich durch den Einsatz des schwefelhaltigen Petrolkokses der Filter verklebte und unbrauchbar wurde.

Der weitere Einsatz des noch übrig gebliebenen „schlechten“ Petrolkokses verlief ebenfalls diffus. HMG informierte in der Veranstaltung im Oktober 2017 zwar über Probleme mit schwefelhaltigem Koks, beteuerte aber auf damalige Nachfrage, dessen Einsatz sei gestoppt. In den beim GAA eingesehenen Unterlagen befand sich aber Schriftverkehr, der die Vermutung zulässt, dass dieser Petrolkoks bis September 2018 in Anteilen weiter unter die Vorstoffe gemischt wurde. Von Seiten HMG wurde im Rahmen der Akteneinsicht mitgeteilt, dass dieser nun „verbraucht“ worden sei. Insgesamt habe es sich um 5.000 t „schlechten“ Petrolkokses gehandelt. Von allen diesen Hintergründen erfuhr die Öffentlichkeit nichts, obwohl viele Bürgerinnen und Bürger diese Gifte damals einatmen mussten.

Die Firma will, um der Probleme besser Herr zu werden, in der nächsten Zeit eine zweite Nachverbrennungsstufe, eine sog. RTO, einbauen. Wenn die erwartete Verschärfung der TA Luft rechtskräftig ist, wird sie dazu, unter Gewährung von Übergangsfristen, allerdings auch verpflichtet sein.

Nachdenklich stimmt außerdem die Genehmigungslage. Offensichtlich wurden der HMG mind. seit 1941 (!) stets nur Änderungsgenehmigungen erteilt. Es hätte u.E. schon längst eine komplette, aktuelle Neugenehmigung erteilt werden müssen, aus der alle eingesetzten, behandelten, erzeugten und gelagerten Stoffe/Abfälle eindeutig hervorgehen.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse wird sich der BUND weiterhin konstruktiv für die Verbesserung der Umweltsituation in Bad Harzburg und Goslar einsetzen und begrüßt auch die Kreistagsbeschluss für ein Gesundheitsmonitoring der belasteten Region. Dieser wird jetzt umso wichtiger, zumal wir nun wissen, dass die Dioxingrenzwerte nicht immer eingehalten wurden und diese Fakten der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt wurden! Einmal mehr musste der BUND erst den Weg der Akteneinsicht gehen, um an diese Fakten zu gelangen.

Abschließend stellt der BUND fest, dass der Immissionsbericht Oker-Harlingerode für 2017 (!) immer noch nicht veröffentlicht ist! Trotz der uns bekannten Personalnot in der Umweltverwaltung – muss so ein Umgang mit der Öffentlichkeit sein? 


BUNDinfo Westharz Gesunde Luft 2/2018

Wir haben einen Flyer mit aktuellen Informationen für Sie erstellt, der auch in 2019 die derzeitige Situation beschreibt: 

Download BUNDinfo Westharz Gesunde Luft 2/2018


BUND protestiert gegen neuen Gipsabbau bei Walkenried und den fortgesetzten Raubbau an der Südharzlandschaft

Walkenried. Die Firma Saint-Gobain Formula GmbH, Walkenried, hat beim Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig die Ausweitung ihres Gipsabbaus im Bereich Juliushütte beantragt. Der Steinbruch soll sogar in das dortige besonders schutzwürdige FFH-Gebiet Nr. 136 (Gipskarstgebiet bei Bad Sachsa) hineingeführt werden und berührt das Grüne Band an der Grenze zum Nachbarland Thüringen.

Dagegen protestieren die Naturschutzverbände.


Hier können Sie lesen, was dazu der BUND-Regionalverband Westharz erklärt.

Hier finden Sie Hintergründe zum Thema.

Hier finden Sie unsere offizielle Stellungnahme im Verfahren. 

Hier finden Sie den Offenen Brief unserer Ortsgruppe Osterode.

Mit freundlichem Glück Auf
BUND-Regionalverband Westharz


Archiv

Im Archiv finden Sie weitere Meldungen des BUND-Regionalverbands Westharz. 

Aktivgruppe

Schlechte Luft in Bad Harzburg und Goslar-Oker!

Böden, Gewässer und auch die Luft in großen Teilen von Bad Harzburg und Goslar sind z.T. stark mit Schwermetallen u.a. Giften belastet.  

Luftverschmutzung in Bad Harzburg und Goslar-Oker!  

Die Aktivgruppe "Gesunde Luft" des BUND-Regionalverbands Westharz setzt sich ein!

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