BUND-Regionalverband Westharz
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BUND-Aktivgruppe "Gesunde Luft"

Luftverschmutzung in Bad Harzburg und Goslar!

Schlechte Luft in Bad Harzburg-Harlingerode und Goslar-Oker! 
 

Luftverschmutzung in Bad Harzburg und Goslar-Oker! 

Zeitweise massiv erhöhte Dioxinwerte im Jahr 2017 festgestellt - Harz-Metall räumt erhöhte Dioxin-Werte ein!

Dioxin ist ein Ultragift. Es gilt als krebserregend und ist besonders gefährlich, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird.  

Böden, Gewässer und auch die Luft in großen Teilen von Bad Harzburg und Goslar sind z.T. stark mit Schwermetallen u.a. Giften belastet. Selbst das zuständige Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig hat auf Anfrage des BUND keinen aktuellen Überblick über die Gesamtbelastung der Luft in unserer Region geben können.  

Daher müssen wir selbst recherchieren. Die Medien berichten immer wieder von Bürgerbeschwerden über Gerüche und Emissionen am Nordharzrand.

Das nördliche Okertal ist an manchen Tagen durch die Rauchfahnen regelrecht zugenebelt. Je nach Wetterlage, Windrichtung und Standort stinkt es oft sehr unangenehm.

Doch es handelt sich nicht nur um Gerüche – es sind Luftschadstoffe!

Die Folge: Kratzen und Brennen im Hals, Hustenreiz, trockene Schleimhäute, brennende Augen... Man mag sich dann kaum draußen aufhalten oder gar lüften. Besonders an Sonn- und Feiertagen drehen die niedergelassen Firmen gefühlt und sichtbar oft voll auf, so z.B. über Ostern 2017!

Die Beschwerden beim Gewerbeaufsichtsamt häufen sich.

Der BUND arbeitet mit dem Arbeitskreis Oker und dem Verein Harlingerode PUR zusammen, die beide für eine Besserung kämpfen.

Beim Gewerbeaufsichtsamt wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit der Problematik befasst. Bitte unterstützen Sie das Projekt, indem Sie das umseitige Formblatt bei jeder Beschwerde ausfüllen und uns zuschicken (Adresse siehe unten). Wir leiten die Meldungen entsprechend der Absprachen im Projekt weiter. Nur so können die jeweiligen Verursacher im Detail festgestellt werden.

Da es ja bekanntlich nicht um harmlosen Wasserdampf aus "Schokoladenfabriken" geht, machen wir uns große Sorgen um unsere und die Gesundheit unserer Familien.

Für mehr und transparentere Informationen haben wir als betroffene Bürger im BUND eine Aktivgruppe "Gesunde Luft" gegründet. 


7 Jahre keine Cadmium-Messungen bei der Fa. Harz Metall GmbH

Letzte Antworten erst im August 2019 – BUND-Regionalverband Westharz bzgl. Cadmium-Messungen bei der Fa. Harz Metall GmbH – neues Vertrauen angeknackst

Die Auswertung der Akteneinsicht des BUND-Regionalverbands Westharz Ende 2018 in den Räumlichkeiten des GAA Braunschweig in die Umweltdaten der Firma Harz Metall GmbH, bei der die in 2017 deutlich überhöhten Dioxinemissionen öffentlich bekannt wurden, liegt jetzt vor. Bei der Akteneinsicht wurden von den Unterlagen diverse Fotos gefertigt.

Im Rahmen der Informationsveranstaltung mit Umweltminister Olaf Lies im Juni 2019 wurden vom Nds. Umweltministerium bis zu 15-fach über dem Grenzwert liegende Kohlenstoffemissionen der Firma HMG bekannt gegeben (7.11.2018: 770 mg/m³ - Grenzwert 50 mg/m³). Dies veranlasste den BUND-Regionalverband, ergänzend Einsicht in die vorhandenen Umweltdaten zu nehmen.

Aus der Änderungsgenehmigung des GAA von 2005 der Fa. Harz Metall geht hervor, dass für den Schornstein alle drei Jahre eine Messung auf Blei und Cadmium erfolgen muss. Wortlaut aus Punkt 3.8 der Änderungsgenehmigung: „Die Bestimmung der Staubinhaltsstoffe Blei (Pb) und Cadmium (Cd) hat in jedem Fall zu erfolgen.

Die Messprotokolle der Emissionsmessungen aus 2014 und 2017 liegen dem BUND vor, jedoch konnte keine Cadmium-Messung aufgefunden werden.

Eine am 30.6.2019 erfolgte gezielte Nachfrage beim GAA Braunschweig wurde erst am 7.8.2019 konkret beantwortet: Messungen seien in 2014 und 2017 nicht erfolgt und man habe diese am 17.7.2019 (erst nach der BUND-Anfrage!) nachgeholt. Das Ergebnis für die Cadmiumemissionen sei „unauffällig“. Ferner habe man die Cadmium-Gehalte in den Schornstein-Emissionen rückwirkend rechnerisch für die Messmonate (April 2014 und August 2017) ermittelt. Diese (Rechen-)Ergebnisse seien ebenfalls „unauffällig“. Dennoch werde derzeit geprüft, ob wegen des Versäumnisses, Cadmium alle drei Jahre zu messen, gegen HMG ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werde.

Die Stellungnahme der Gewerbeaufsicht beruhigt uns in keinster Weise, wenn man bedenkt, dass der Immissionswert für Cadmium, der u.a. monatlich in den Bergerhoff-Gefäßen gemessen wird, an einigen Messpunkten den von der TA-Luft vorgegebenen Wert von 2 Mikrogramm pro Kubikmeter immer noch überschreitet - siehe nachfolgendes Diagramm. Nach den Ursachen dieser hohen Werte suchen wir seit langem und haben das auch oft öffentlich thematisiert – auch in den Bürgerversammlungen. Und jetzt erfahren wir, dass lange Zeit gar nicht gemessen wurde!

Außerdem ist es fraglich, wie man denn die Cadmium-Emissionen aus den vergangenen Jahren berechnen will, wenn in der Vergangenheit minderwertiger Petrolkoks eingesetzt wurde, die Ofentemperaturen und damit die Verbrennungsprozesse variierten und sogar der Filter verklebte?

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es dem GAA für fünf Jahre nicht auffiel, dass die in der eigenen Genehmigung explizit geforderten Cadmium-Messungen durch HMG nicht erfolgten, obwohl die Immissionswerte, die zur Beurteilung der Gefährdung der Bevölkerung herangezogen werden, teilweise zu hoch waren. Darüber hinaus wurden bisher lediglich die Cadmium-Emissionen aus 2017 veröffentlicht, die Werte aus 2018 jedoch noch nicht.

Dies ist ein weiteres Beispiel für krasses Behördenversagen. Und der Umweltminister warb am 6.6.2019 noch dafür, den Behörden zu vertrauen. Er sagte sinngemäß: „Sie machen einen guten Job“ und man solle gemeinsam nach vorn schauen.  Das wollen wir auch – nun ist dieser gute Wille allerdings durch ein weiteres massives Überwachungsversagen arg erschüttert!
 




BUND nimmt Akteneinsicht im Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig vor – zeitweise massiv erhöhte Dioxinwerte im Jahr 2017 festgestellt

Nachdem der Leiter des Gewerbeaufsichtsamts Braunschweig, Andreas Aplowski, in der letzten Bürgerversammlung 2017 im Freizeitzentrum Bad Harzburg angeboten hatte, dass gern auch Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) genommen werden könne, folgte der BUND diesem Hinweis.

In den letzten Wochen des vergangenen Jahres wurden durch Mitglieder des BUND-Regionalverbands Westharz an zwei Wochentagen die von der Behörde vorgelegten Unterlagen gesichtet. Als fachlichen Begleiter konnte der BUND Prof. Dr.-Ing. Carsten Cuhls von der Hochschule Magdeburg-Stendal gewinnen. Ein Schwerpunkt dieser ersten Akteneinsicht lag auf den Genehmigungsunterlagen der Harz-Metall GmbH. Weitere Firmen sollen folgen.

Ein Ergebnis der Einsicht waren Details zu den oft genannten „diffusen Quellen“. Eine dieser Quellen ist der offene Dachreiter am Drehrohrofen. Es handelt sich um eine ca. 30 qm große überdachte Dachöffnung in der Produktionshalle. Dort befinden sich der Drehrohrofen und offene Fließbänder, mit denen die Einsatzstoffe für den Drehrohrofen, u.a. Koks (Petrolkoks und Anthrazit), Stahlwerksstaub, Kalk, Gips und Schlämme (Schlämme aus Beizbädern, Formsande aus Gießereien, Galvanikschlämme) befördert werden. Der Dachreiter soll jetzt mit einem Vlies bedeckt sein. Durch dieses Fenster kommt Frischluft für die Arbeiter in die Halle, die dort Atemschutzmasken tragen müssen. Gleichzeitig gehen dort rund 105.000 Nm³ pro Stunde Hallenluft mit Anteilen an Cadmium, Blei und Dioxinen/Furanen ungefiltert in die Außenluft. Für diese „diffusen“ Emissionen sind keine Grenzwerte festgelegt. Gemäß Auskunft des GAA entsprechen diese passive Belüftung der Produktionshalle und die offenen Fließbänder nicht dem Stand der Technik.

Das wohl wichtigste Ergebnis der Einsicht waren die Daten zur Messung der Emissionsquelle „Schornstein am Drehrohrofen“. Der dort enthaltene Dioxinfilter wurde im Jahr 2000/2001 eingebaut, nachdem der BUND ebenfalls durch eine Akteneinsicht skandalös hohe Dioxinwerte in Emissionen dieses und anderer Betriebe festgestellt hatte. Der eigentliche Dioxinfilter besteht aus einem Adsorbens aus u.a. Aktivkohle und Tonerde, das in einem Kreislauf geführt wird. Dieses Adsorbens nimmt die freigesetzten Dioxin- und Quecksilbermoleküle auf und muss ständig ausgetauscht werden (ca. 60 - 100 kg/h). Die Abgase des Schornsteins werden gemäß gesetzlicher Vorgaben jährlich nur einmal analysiert. Im August 2017 – genau in der Zeit, als sich die Bürgerbeschwerden massiv häuften – gab es sehr starke Grenzwertüberschreitungen bei Dioxinen und Furanen!

Durch den Einsatz von schwefelhaltigem Petrolkoks wurden max. 1,8 Nanogramm Dioxine und Furane TE pro m³ Luftemission freigesetzt und das bei einem Grenzwert von 0,1 Nanogramm TE pro m³! Das ist für Ultragifte wie Dioxine und Furane eine extreme Erhöhung – immerhin 1800 %Der BUND erfuhr, dass sich durch den Einsatz des schwefelhaltigen Petrolkokses der Filter verklebte und unbrauchbar wurde.

Der weitere Einsatz des noch übrig gebliebenen „schlechten“ Petrolkokses verlief ebenfalls diffus. HMG informierte in der Veranstaltung im Oktober 2017 zwar über Probleme mit schwefelhaltigem Koks, beteuerte aber auf damalige Nachfrage, dessen Einsatz sei gestoppt. In den beim GAA eingesehenen Unterlagen befand sich aber Schriftverkehr, der die Vermutung zulässt, dass dieser Petrolkoks bis September 2018 in Anteilen weiter unter die Vorstoffe gemischt wurde. Von Seiten HMG wurde im Rahmen der Akteneinsicht mitgeteilt, dass dieser nun „verbraucht“ worden sei. Insgesamt habe es sich um 5.000 t „schlechten“ Petrolkokses gehandelt. Von allen diesen Hintergründen erfuhr die Öffentlichkeit nichts, obwohl viele Bürgerinnen und Bürger diese Gifte damals einatmen mussten.

Die Firma will, um der Probleme besser Herr zu werden, in der nächsten Zeit eine zweite Nachverbrennungsstufe, eine sog. RTO, einbauen. Wenn die erwartete Verschärfung der TA Luft rechtskräftig ist, wird sie dazu, unter Gewährung von Übergangsfristen, allerdings auch verpflichtet sein.

Nachdenklich stimmt außerdem die Genehmigungslage. Offensichtlich wurden der HMG mind. seit 1941 (!) stets nur Änderungsgenehmigungen erteilt. Es hätte u.E. schon längst eine komplette, aktuelle Neugenehmigung erteilt werden müssen, aus der alle eingesetzten, behandelten, erzeugten und gelagerten Stoffe/Abfälle eindeutig hervorgehen.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse wird sich der BUND weiterhin konstruktiv für die Verbesserung der Umweltsituation in Bad Harzburg und Goslar einsetzen und begrüßt auch die Kreistagsbeschluss für ein Gesundheitsmonitoring der belasteten Region. Dieser wird jetzt umso wichtiger, zumal wir nun wissen, dass die Dioxingrenzwerte nicht immer eingehalten wurden und diese Fakten der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt wurden! Einmal mehr musste der BUND erst den Weg der Akteneinsicht gehen, um an diese Fakten zu gelangen.

Abschließend stellt der BUND fest, dass der Immissionsbericht Oker-Harlingerode für 2017 (!) immer noch nicht veröffentlicht ist! Trotz der uns bekannten Personalnot in der Umweltverwaltung – muss so ein Umgang mit der Öffentlichkeit sein? 


BUNDinfo Westharz Gesunde Luft 2/2018

Wir haben einen weiteren Flyer mit aktuellen Informationen für Sie erstellt: 

Download BUNDinfo Westharz Gesunde Luft 2/2018


Offener Brief zur Umweltbelastung der Region Oker - Harlingerode

Mit einer Liste an Forderungen bzw. Maßnahmen zum Schutz unserer Böden, unseres Wassers und unserer Luft haben sich der  

AK Oker, 
Harlingerode PUR e.V., 
der Ökologische Ärztebund, 
die NABU-Kreisgruppe Goslar sowie 
der BUND-Regionalverband Westharz mit der Aktivgruppe Gesunde Luft

zusammengetan und einen Offenen Brief an

den Niedersächsischen Umweltminister, 
den Niedersächsischen Wirtschaftsminister, 
den Landrat des Kreises Goslar, 
den Oberbürgermeister der Stadt Goslar sowie 
den Bürgermeister der Stadt Bad Harzburg

formuliert. Dieser wurde Mitte März 2018 übersandt.

Download Offener Brief zur Umweltbelastung 

Hintergründe der Aktion sind die anhaltende Luftverschmutzung und wiederkehrende Geruchsbelästigungen durch aktuelle Emittenten im Belastungsgebiet Oker-Harlingerode.

Wir wollen mit denjenigen Gesundheitsgefahren, die vermieden werden können, nicht leben und fordern daher die zuständigen Behörden und Kommunen zum verstärkten Handeln auf. 

Stellungnahmen:

Stellungnahme des Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz auf den Offenen Brief zur Umweltbelastung der Region Oker - Harlingerode Download PDF vom 13.06.2018  

Gemeinsame Stellungnahme des Landkreises Goslar sowie den Städten Goslar und Bad Harzburg auf den Offenen Brief zur Umweltbelastung der Region Oker - Harlingerode Download PDF vom 03.05.2018

Das Wirtschaftsministerium hat noch nicht einmal geantwortet, das ist wenig bürgernah.  


Ergebniszusammenfassung der PRIBOH-Informationsveranstaltung vom 7.11.2018

Hier können Sie unsere Ergebniszusammenfassung der PRIBOH-Informationsveranstaltung vom 7.11.2018 ansehen


BUNDinfo Westharz Gesunde Luft 1/2018

Wir haben einen Flyer mit den aktuellen Informationen für Sie erstellt: 

Download BUNDinfo Westharz Gesunde Luft 1/2018

BUND Westharz Gesunde Luft - Flyer DIN A6

Durch einen zusätzlichen Flyer DIN A6 möchten wir von der BUND-Aktivgruppe "Gesunde Luft" auf die Problematik der schlechten Luft in Bad Harzburg und Goslar aufmerksam machen.

Luftverschmutzung in Bad Harzburg und Goslar!